Damit Kinder in Südafrika eine Chance haben

Rebecca Schröer aus Langenholthausen mit Schülern in Tlholego/Südafrika.
Rebecca Schröer aus Langenholthausen mit Schülern in Tlholego/Südafrika.
Foto: WP

Langenholthausen..  Schon während ihrer Zeit in Südafrika war für Rebecca Schröer klar, dass sie länger als nur die sieben Monate lang helfen will, die sie als Freiwillige auf einer kleinen Farm in der Nähe von Rustenburg verbrachte. Gemeinsam mit drei weiteren jungen Frauen aus Deutschland, die ebenfalls als Freiwillige Entwicklungsprojekte in Südafrika unterstützen, gründete die Langenholthauserin einen Verein: Tsala ya Africa. Übersetzt heißt das „Freund von Afrika“. Rebecca Schröer ist die 2. Vorsitzende des Vereins.

Frau Schröer, Tlholego besteht nur aus wenigen Hütten. Wie sind Sie in diesen kleinen Ort im südafrikanischen Busch gelangt?

Rebecca Schröer: Nach Afrika wollte ich sowieso. Dann habe ich eine kleine Organisation gesucht, die solche Einsätze ermöglicht. Da bin ich auf das Deutsch-Südafrikanische Jugendwerk (DSJW) gestoßen. Ich wollte nicht in eine große Stadt oder an die Küste. Ich wollte dahin, wo Hilfe dringend benötigt wird. Schließlich bin ich im kleinen 20-Seelendorf Tlholego gelandet.

Welche Ziele verfolgt der von Ihnen mitgegründete Verein Tsala ya Africa?

Wir wollen die Menschen und ganz besonders die Kinder in Südafrika unterstützen und ihnen eine bessere Zukunft durch die Möglichkeit auf gute Bildung bieten. Viele Menschen sind dort sehr arm, und die Bildung ist gerade in ländlichen Gebieten sehr schlecht.

Wie können Sie dort helfen?

Unser Verein hat es sich als Ziel gesetzt, in der nächstgelegenen Stadt aus einem bereits bestehenden Schulgebäude eine private aus Spenden finanzierte Schule für ca. 100 bis 120 Kinder aufzubauen. Wenn wir genug Spenden sammeln, können wir die Schule neu aufbauen und vielen Kindern eine gute Bildung geben und somit auch die Aussicht auf eine bessere Zukunft. Das ist sehr, sehr wichtig. Die staatliche Tshedimosong-Schule in der Nähe Tlholegos wird leider in zwei Wochen geschlossen. Und einige Kinder hatten ohnehin schon einen bis zu sieben Kilometer langen Fußweg. Das Schließen der Schule bewirkt nur, dass den Kindern die Chance auf Bildung verwehrt wird, da der Weg zur nächstgelegenen Schule einfach zu weit ist oder sie wegen Überfüllung gar nicht erst aufgenommen werden können.

Welchen Kontakt haben Sie zu dieser Schule?

In der kleinen Schule Tshedimosong habe ich während meiner sieben Monate in Südafrika in einer siebten Klasse Mathe unterrichtet. Das hat riesigen Spaß gemacht. Die Kinder standen schon vor Unterrichtsbeginn vor dem Klassenraum und haben ‘Come, teach me’ gerufen. Das war einfach ein tolles Gefühl. Weil mir das so großen Spaß gemacht hat Kindern etwas beizubringen und ein Stück weit auf das Leben vorzubereiten, habe ich mich entschieden, ein Lehramtsstudium zu beginnen.

Wie müssen wir uns Ihre Tätigkeit als Farmarbeiterin und Aushilfslehrerin im südafrikanischen Busch vorstellen?

Ich habe vormittags bei der Farmarbeit geholfen und nachmittags die Kinder der Farmarbeiter unterrichtet. Die Farm Tlholego ist eine Permakulturfarm, wo es darum geht, biologisch nachhaltig zu landwirtschaften und die sowieso schon knappen Ressourcen an Wasser und Strom sinnvoll zu nutzen. Wir haben zum Beispiel einen Sonnenofen zum Brotbacken genutzt, oder Komposttoiletten gebaut, um Wasser zu sparen.

Eine Schule im ländlichen Südafrika kann man wohl nur schwer mit einer deutschen Schule vergleichen, oder?

Die Schulbildung ist dort leider gar nicht gut. Ich habe eine sechste Klasse unterrichtet, die man vom Bildungsstand aber leider überhaupt nicht mit dem deutscher Kinder vergleichen kann. Es waren selten genug Lehrer für die Kinder da, oft sind sie einfach nicht gekommen. Aber die Kinder haben so ein großes Potenzial. Das war wirklich erstaunlich. Da gibt es zum Beispiel den vierjährigen Jungen Kgalalelo, mit dem ich mich nach nur kurzer Zeit toll auf Englisch unterhalten konnte. Dabei ist Englisch für ihn eine Fremdsprache. Seine Muttersprache ist Setswana. Und auch bei den anderen Kindern gab es in wenigen Monaten riesige Lernerfolge. Wir müssen diese Kinder fördern und ihnen eine Chance auf Bildung und somit auf eine Zukunft geben.

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