CDU will Kulturfonds für bedürftige Kinder

Foto: Richard Elmerhaus
Es tut sich was in Sachen Kulturförderung in der Hönnestadt – zumindest ein wenig.

Balve..  Die CDU-Fraktion stimmte am Montag im Haupt- und Finanzausschuss zwar geschlossen gegen einen Antrag des Festspielvereins Balver Höhle, dankte aber für die Anregung und stellte selbst einen ähnlich gearteten Antrag. Die Christdemokraten wollen jährlich 2500 Euro in den städtischen Haushalt einstellen lassen, damit bedürftige Balver Kinder Kulturveranstaltungen in Balve besuchen können.

Für die SPD-Fraktion war das nur die zweitbeste Lösung. Doch Cay Schmidt konnte so viel für den Original-Antrag des Festspielvereins plädieren, wie er wollte, an der Mehrheitsfraktion führte kein Weg vorbei. Weil die Sozialdemokraten Kulturförderung für Kinder und Jugendliche aber generell für wichtig erachten, enthielten sie sich anschließend der Stimme.

Der Festspielverein hatte seinen Antrag auf Förderung mit dem wohl klingenden Namen „Gib jedem Kind ein Stück Kultur“ überschrieben und darin vorgeschlagen, im nächsten Jahr pro Aufführung des Märchenstückes „Räuber Hotzenplotz“ bis zu 50 Eintrittskarten für Kinder aus dem städtischen Haushalt zu finanzieren. „Das wäre eine Win-Win-Situation gewesen“, sagt Festspielvereins-Vorsitzende Uta Baumeister. „Die Stadt hätte eine tolle Außenwirkung erzielen können, wenn sie Kindern durch Freikarten für die Höhle Kulturbildung schenkt, und wir als Verein hätten mehr Geld für unsere Arbeit einnehmen können. Und die Summe wäre auch überschaubar gewesen. Wenn bei allen zehn Veranstaltung wirklich jeweils alle 50 Freikarten in Anspruch genommen würden, wären es maximal 3750 Euro.“

Auch Heinrich Stüeken von der UWG war ein Verfechter des Antrags. „Das ist eine sehr, sehr sinnvolle Geschichte. Auf diese Weise fördern wir zwei Dinge gleichzeitig“, lobte er. „Da kann man doch gar nicht widersprechen.“

Ein Anruf reicht

Theodor Willmes tat es für die CDU dennoch. Seine Fraktion wolle Kulturförderung für Kinder nicht auf Veranstaltungen des Festspielvereins beschränken. Deshalb der Kulturfonds, der Besuche des kompletten Kulturprogramms in der Stadt Balve ermöglichen solle.

Die CDU will dieses Angebot außerdem auf Kinder sozial schwacher Familien beschränken, was Cay Schmidt (SPD) nach eigenem Bekunden „echte Bauchschmerzen“ bereitet. Sinn und Zweck des Original-Antrags war es, allen Kindern Kultur näher zu bringen – auch aus Familien, die es sich zwar leisten können, aber nicht unbedingt wollen. Auch die von UWG und SPD geäußerten Bedenken, dass der Nachweis der Bedürftigkeit eine Hemmschwelle sein könnte, waren für die CDU kein Hinderungsgrund. Bürgermeister Hubertus Mühling erklärte, dass die Menschen, die Sozialleistungen empfangen, im Rathaus durchaus bekannt seien. Um an eine entsprechende Kinder-Freikarte für eine geeignete Kulturveranstaltung würde ein Anruf reichen.

 

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