Außenseiter Voge sorgt für eine Sensation

Kreisvorsitzender Thorsten Schick (links) gratuliert Marco Voge,
Kreisvorsitzender Thorsten Schick (links) gratuliert Marco Voge,
Foto: RICHARD ELMERHAUS

Balve/Neuenrade..  „Der Ortsvorsteher von Mellen sorgte gestern Abend in der mit 245 Mitgliedern sehr gut besuchten CDU-Versammlung im Hotel Kaisergarten in Neuenrade für eine Sensation. Denn nicht der Kandidat des mitgliedsstärksten Ortsverbandes Menden und große Favorit, Benjamin Friedrich, sondern der Balver Marco Voge ist der Landtagskandidat der Christdemokraten aus den fünf Städten Balve, Menden, Hemer, Neuenrade und Plettenberg, wenn am 14. Mai 2017 der neue Landtag gewählt wird.

Nachdem sich beide Kandidaten den CDU-Mitgliedern vorgestellt hatten, war sich Marco Voge nicht sicher, ob er die Abstimmung gewinnt. Dass er am Ende im Kaisergarten von den 130 CDU-Mitgliedern, die ihm ihre Stimme gegeben hatten, stürmisch bejubelt wurde, freute ihn und seine Frau Pamela, die er nach dem Triumph sofort in seine Arme schloss.

Zuvor hatte Marco Voge, der nicht vom CDU-Stadtverband Balve, sondern von der Ortsunion Mellen für die Kandidatenaufstellung nominiert worden war, eine überzeugende Rede gehalten, die mehrfach von Beifall unterbrochen wurde.

So beispielsweise, als er sagte: „Mir ist es wichtig, dass wir die Sorgen der Menschen ernst nehmen. Wir müssen das Chaos in Düsseldorf beenden. All die Ideologie der jetzigen rot-grünen Regierung muss ein Ende haben. Die Bevormundung, die Gängelung und die ewigen Vorschriften schränken uns unnötig ein. Denn es drängt sich mir immer mehr der Eindruck auf, dass die Landesregierung und die sie tragenden Abgeordneten keine Ahnung vom Lebensgefühl hier bei uns im Sauerland und in Südwestfalen haben.“

Als Beispiel führte er die nach seiner Meinung unsägliche Debatte um die Größe der Schützenvögel an. „Warum soll den Schützenvereinen das vorgeschrieben werden?“, lautete seine Frage, um dann auf die erhebliche Unruhe in den Bruderschaften einzugehen. Ursache dafür war die vor Monaten geplante Aberkennung der Gemeinnützigkeit.

Strukturelle Nachteile

Auch die strukturelle Benachteiligung der Menschen aus Südwestfalen gegenüber den roten Hochburgen muss nach Ansicht von Voge ein Ende haben. „Schauen Sie sich die Verteilung von Landesmitteln an. Während in unserem Wahlkreis Schulen schließen und zusammengelegt werden, wird mit Landesmitteln eine ideologische Schulpolitik vorbei an den Leuten finanziert“, kritisierte der Balver die NRW-Regierung auch mit Blick auf die Inklusion.

Weiterbau der A46

Ein ganz wichtiges Thema ist für den Hönnestädter die Infrastruktur. Der Lückenschluss der A 46 müsse endlich umgesetzt werden. Die Menschen und die Unternehmen in der Region warten händeringend darauf. Wir müssen dafür sorgen, dass die Bürger in Hemer entlastet werden und zugleich darauf achten, dass das Problem nicht nach Menden verlagert wird, sondern dass es von dort weiter in Richtung Arnsberg geht, auch über die jetzt vorgeschlagene dreispurige Bundesstraße.

Breitbandausbau

Infrastruktur betrifft laut Voge nicht nur Straßen. Der digitale Breitbandausbau ist für ihn ein mindestens genauso wichtiger Standortfaktor. „Auch hier ist unsere Region abgehängt und die Landesregierung ändert dies nicht. Wir benötigen dringen ein schnelleres Netz“, erklärt Marco Voge.

 
 

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