Abtauchen in die Frühlingslandschaft

Künstlerin Regina Schlotmann in ihrem Garten. Foto: Stefan Scherer
Künstlerin Regina Schlotmann in ihrem Garten. Foto: Stefan Scherer
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Balve.. Sitzt Regina Schlotmann auf ihrem Höckerchen, tupft den Pinsel ins Wasser und bringt die ersten Striche aufs Papier, versinkt sie in einer Parallelwelt. Auge und Geist sind einzig auf das Motiv fokussiert.

Die Garbeckerin ist mit mit Leib und Seele Malerin. „Wenn ich mit meinen Pötten, dem Papier und den Farben in der Natur bin, geht es mir einfach gut“, sagt sie und lacht. Neben dem Herbst haben es ihr vor allem die Frühlingslandschaften angetan – da ist das aktuelle Wetter wie ein El Dorado für die passionierte Künstlerin.

„Eigentlich“, sagt Schlotmann, „male ich schon mein ganzes Leben lang, habe als Kind schon gern gezeichnet.“ Dann schlief das Hobby ein. Bis 1992. Da bekam sie von Ehemann Andreas einen Aquarellkasten zum Weihnachtsfest geschenkt. Die Leidenschaft entfachte neu. „Zuerst habe ich Blumen gemalt. Dann hat sich mein Blick aber geweitet, ich bin immer mehr zur Landschaftsmalerei übergegangen.“ Das bereitete ihr zunächst Schwierigkeiten. „Ich wollte trotzdem noch jedes Detail malen. Das ging in die Hose.“ Beim Blick auf ihr künstlerisches Schaffen zeigt sich aber, dass sie sich von Jahr zu Jahr besser damit arrangiert hat. Und das gefällt auch dem Ehemann, der sie gern das komplette Haus mit ihren eigenen Werken dekorieren lässt.

In Malurlauben in Griechenland oder der Toskana hat sie ihre Techniken verfeinert und neue Tricks und Kniffe in Landschaften gelernt, die im wahrsten Sinne des Wortes malerisch sind. „Zum Beispiel habe ich gemerkt, dass ich Winkel falsch herum sehe. Aber dagegen gibt es einen Trick: Ich nehme einen Zollstock, halte ihn vor das Objekt, und lege ihn dann genauso auf das Papier, dann passt der Winkel“, sagt Regina Schlotmann.

Zu jedem ihrer Bilder kann die Garbeckerin eine passende Geschichte erzählen. Und die meisten sind nicht im fernen Ausland entstanden, sondern vor der eigenen Hautür. Dort ist sie allein, aber auch viel mit ihren Kolleginnen vom Malkreis Safran unterwegs. „Jede von uns hat ihre eigene Leidenschaft, und nicht jede malt gern Landschaften. Aber ab und an kann ich die Damen überreden, mich zu begleiten.“ Dann sitzen zwei, drei, vier Frauen auf ihren Höckerchen und tauchen in das Motiv ein. Gibt es denn etwas, was sie unbedingt noch malen möchte? „Die Burg Klusenstein“, sprudelt es aus Regina Schlotmann heraus. „Ich habe aber noch keinen Platz gefunden, an dem ich einen guten Blick habe und nicht auf der Hönnetalstraße sitze.“

Zum Schluss hat sie auch noch ein paar Tipps für Malanfänger parat: „Das wichtigste ist gute Materialqualität. Nicht bei Pinsel, Papier und Farben sparen, dafür lieber etwas weniger kaufen. Sonst sind die Ergebnisse schlecht, und die Lust geht verloren.“

 
 

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