12-Jähriger Schiedsrichter aus Balve vor Premiere ganz cool

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Vincent Perschke aus Langenholthausen ist DFB-Fußball-Schiedsrichter – Mit 12 Jahren. Damit ist er der mit Abstand Jüngste im FLVW-Kreis Arnsberg.

Langenholthausen.. Elfmeter! Als Bastian Schweinsteiger im EM-Halbfinale gegen Frankreich im eigenen Sechzehner mit der Hand zum Ball geht, gibt es für Vincent Perschke aus Langenholthausen keine zwei Meinungen.

„Da muss der Schiri pfeifen.“ Klar drückt Vincent den Deutschen die Daumen (in der Bundesliga dem BVB), sein Augenmerk liegt aber auch auf Entscheidungen der Unparteiischen. Vincent Perschke ist DFB-Fußball-Schiedsrichter. Mit 12 Jahren.

Er ist der mit Abstand jüngste Schiedsrichter im FLVW-Kreis Arnsberg. Wenn es nach ihm gegangenen wäre, hätte Vincent aber schon eher die Prüfung absolviert. Interesse an Fußball hatte er schon immer. Die Neugier an der Spielleitung wird im fünften Schuljahr geweckt. „Beim Thema Fußball im Sportunterricht mit unserem Lehrer Dieter Schumacher“, berichtet Vincent Perschke. Schumacher – Ehrenschiedsrichter im FLVW-Kreis Arnsberg – drückt seinem Schüler kurzerhand die Pfeife in die Hand, und erkennt schnell sein Talent.

Anwärter-Lehrgang in Hüsten

Das bleibt auch dann nicht unbemerkt, als Vincent den Schiedsrichter-Anwärter-Lehrgang im Stadion Große Wiese in Hüsten besucht. An acht Abenden wird das Regelwerk gepaukt, Fragen diskutiert, Szenen durchgespielt. „Wir haben viel von Sven Klotzsche und der großen Erfahrung von Dieter Schumacher profitiert“, erzählt Vincent Perschke. Wir? Das sind die 12 Anwärter im Alter von 14 bis 40 Jahren. Vincent ist der Jüngste. „Das war aber für alle kein Problem.“

Fast wird die Abschlussprüfung zum Problem. Vincent Perschke ist auf Klassenfahrt, als die Entscheidung fällt, wer DFB-Fußball-Schiedsrichter wird und wer nicht. Er hat Glück, darf die Prüfung nachholen. An seinem 12. Geburtstag freut sich der junge Torwart, D-Jugend-Spieler der JSG Küntrop/Langenholthausen/Mellen, nicht nur über seinen Ehrentag, sondern auch über das gute Ergebnis. Er holt 52 von 60 möglichen Punkten und besteht den Fitnesstest aus 1000 Meter, 50 Meter Sprint und 100 Meter Sprint ohne große Mühe in den geforderten Zeiten. Nervosität? Keine Spur. „Die Eltern waren aufgeregter als er selbst“, berichtet Mama Stefanie Perschke. Sie und ihr Mann Frank sind stolz auf Vincent. „Schiedsrichter zu sein bedeutet auch, Entscheidungen zu treffen, sich durchzusetzen.“

Große Unterstützung der Eltern

Das dauert noch ein paar Wochen. Bis zur ersten Ansetzung muss sich Vincent Perschke gedulden. Gerade ist Sommerpause. Danach wird seine Premiere als Schiedsrichter bei einem D-Jugend-Spiel folgen. Auch hier ist der Nachwuchs-Schiri aus Langenholthausen tiefenentspannt. „Ich lasse das ganz in Ruhe auf mich zukommen.“ Allein gelassen wird er ohnehin nicht, denn eine Aufsichtsperson – ein Pate -- wird ihn unterstützen.

„Wenn es eben geht, lasse ich mir das nicht entgehen“, sagt Ehrenschiedsrichter Dieter Schumacher. Unterstützung gibt es für Vincent auch reichlich von seinen Eltern, die ihn zu den einzelnen Sportplätzen fahren. „Machen wir gerne“, sagt Mama Stefanie. Zuvor muss auch noch das Schiedsrichter-Outfit für den zwölfjährigen Sohnemann gekauft werden.

 
 

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