Bochum

Bochum: Bahnverkehr lahmgelegt – wegen randalierender Fußballfans, Angriff auf Polizisten

Vor dem Fußballspiel VfL Bochum gegen 1. FC Magdeburg hatten Fans immer wieder Pyrotechnik aus einem Sonderzug geworfen.
Vor dem Fußballspiel VfL Bochum gegen 1. FC Magdeburg hatten Fans immer wieder Pyrotechnik aus einem Sonderzug geworfen.
Foto: Rene Anhuth / ANC-NEWS

Bochum. Von „Personen im Gleis“ war zunächst die Rede - inzwischen ist klar: Es sind randalierende Fußballfans, die den Bahnverkehr im Ruhrgebiet massiv stören.

Im Bereich des Hauptbahnhofs Bochum hatten am Samstag offenbar Fans des 1. FC Magdeburg auf dem Weg zum Spiel gegen den VfL Bochum immer wieder Pyrotechnik aus den Fenstern eines Sonderzugs geworfen, vor allem wenn an Bahnhöfen gestoppt wurde, flogen brennende Gegenstände aus dem Zug.

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Deswegen alarmierte die Deutsche Bahn die Bundespolizei, um am Hauptbahnhof Bochum die randalierenden Fans zu kontrollieren, wie Sprecher Volker Stall bestätigt.

Am Hauptbahnhof Bochum werden 680 Fans abgetastet, um zu verhindern, dass sie Pyrotechnik ins Bahnhofsgebäude schmuggeln

Die Bundespolizei kontrolliere derzeit noch rund 150 Fans am Gleis, um zu verhindern, dass sie auch außerhalb des Zuges andere Reisende gefährden.

Dabei werden die Fans abgetastet. Da sich die Magdeburg-Fans größtenteils geweigert haben, sich abtasten zu lassen, mussten Beamte die Männer und Frauen mit Zwang die Treppe hinunterführen. Deswegen verzögere sich die Maßnahme, so Stall.

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Bochum: Fans werden abgetastet, viele Fans weigern sich vor Kontrolle

Volker Stall betont: „Es geht dabei um das Abtasten des Körpers, ob irgendwo noch Pyrotechnik versteckt wird. Wir halten niemanden fest, noch nehmen wir Personalien auf.“ Mittlerweile sei am Bahnhof sogar ein Fan-Anwalt der Magdeburger, um den Fans die Situation zu vermitteln.

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Insgesamt waren es 650 Fans, die kontrolliert werden mussten, 150 warten noch am Gleis. Erst nach der Kontrolle dürfen sie durch den Zugangstunnel zum Bahnhofsgebäude gehen.

Bisher habe es nur vereinzelt körperliche Auseinandersetzungen zwischen Bundespolizisten und Fans gegeben. Genaueres könne die Polizei erst nach dem Einsatz berichten.

Mehrere Gleise am Hauptbahnhof Bochum gesperrt

Mehrere Gleise mussten am Bochumer Hauptbahnhof gesperrt werden. Das führte zu Umleitungen von Zügen von Essen Hbf bis Dortmund Hbf.

Abschlussbericht der Polizei Bochum

Der Einsatz der Polizei Bochum ist beendet, die Magdeburger Fans sind wieder auf dem Heimweg. In ihrem Abschlussbericht hat die Polizei die Ereignisse des Tages noch einmal zusammengefasst.

Nachdem im Zug die polizeilichen Maßnahmen bekanntgegeben wurden, versuchten einige Fans sich diesen zu entziehen.

Magdeburger Fans versuchen über die Gleise den Kontrollen zu entgehen

Einige von ihnen sprangen auf die Gleise, um so den gesperrten Bahnsteig zu verlassen. Andere gingen wieder in den Zug, öffneten die Türen der Gegenseite und sprangen von dort in das Gleisbett.

Dadurch mussten mehrere Gleise im Bereich des Hauptbahnhofes gesperrt werden. Viele der Magdeburger Fans zeigten sich unkooperativ und verweigerten die Kontrolle durch die Beamten.

Viele Angriffe gegen die Polizeibeamten

Mehrere Personen traten, schlugen und warfen Flaschen aus der großen Menschenmenge auf die Polizisten. Ein Beamtin wurde von einem 29-jährigen Mann durch einen Schlag gegen ihren Schutzhelm angegriffen.

Danach versuchte er sie in die Menge hineinzuziehen und ihre Einsatzmittel zu entwenden. Durch die Tritte, Schläge und Flaschenwürfe wurden insgesamt drei Beamte verletzt, konnten aber im Dienst bleiben.

Auf dem Rückweg zum Bahnhof gab es erneut Ausschreitungen

Die Rückreise der auswärtigen Fans verlief zunächst friedlich bist in den Hauptbahnhof. Im Personentunnel kam es jedoch zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei der Gastfans.

Einem 39 Jahre alten Mann wurde im Verlauf dieser gegen den Kopf getreten, als er am Boden lag. Ein 48-Jähriger griff auf seinem Weg zum Bahnsteig einen Bundespolizisten an.

Beim Abfahren flogen wieder Gegenstände aus den Fenstern

Erst schubste er den Beamten und versuchte dann ihn gewaltsam zu Boden zu bringen. Der Mann erlitt eine Verletzung am Kopf, als weitere Bundespolizisten dazwischengingen.

Der angegriffene Beamte sowie der Angreifer lehnten eine ärztliche Behandlung ab. Als der Zug gegen 16.40 Uhr den Bahnhof wieder verließ, flogen weitere Wurfgeschosse aus den Fenstern auf die Polizisten.

30 Strafverfahren und 25 Festnahmen

Zwei Beamte wurden davon getroffen, blieben dank ihrer Helme aber unverletzt. Im Gleisbereich fanden die Einsatzkräfte Sturmhauben, Zahnschutz, Pefferspray und ein Tütchen mit Betäubungsmitteln.

Insgesamt wurden 30 Strafverfahren wegen Angriff auf Vollstreckungsbeamte, Widerstand, Körperverletzung, Beleidigung und Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz eingeleitet.

25 Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen. (pen/fb/db)

 
 

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