Wildkatze fühlt sich im Arnsberger Wald wohl

Die Wildkatze ist in der Roten Liste Deutschlands als gefährdet eingestuft. Dennoch scheint sie im Arnsberger Wald eine Heimat gefunden zu haben.
Die Wildkatze ist in der Roten Liste Deutschlands als gefährdet eingestuft. Dennoch scheint sie im Arnsberger Wald eine Heimat gefunden zu haben.
Foto: dpa
Sie ist unscheinbar und kaum zu entdecken. Dennoch ist sie laut Carsten Arndt vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW vor Ort fest etabliert.

Arnsberg,. Die Wildkatze ist in Teilen Deutschlands auf dem Vormarsch, das ergab kürzlich das Projekt „Wildkatzensprung“ des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND). Und eins dieser Gebiete, in denen sich die Wildkatze offensichtlich sehr wohlfühlt, ist der Arnsberger Wald.

Allerdings ist die Wildkatze schwierig zu entdecken. Eher unscheinbar, versteckt sie sich im Unterholz, wenn ihr ein Mensch zu nah kommt. Carsten Arndt vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW berichtet von einer letzten Beobachtung aus dem Jahr 2008. Zwischen 2010 und 2011 zeigte sich dann mit Hilfe von Fotofallen und Haarproben eine Verbreitung, wie sie auch in Kerngebieten dieser Tierart, wie der Eifel, zu finden ist. „Ich gehe davon aus, dass wir im Arnsberger Wald flächendeckend Wildkatzen haben“, so lautet das Fazit von Carsten Arndt, Revierleiter in Warstein-Hirschberg.

1000 Hektar Lebensraum

Das Projekt „Wildkatzensprung“, verfolgt „das große Ziel einer deutschlandweiten Waldvernetzung“, berichtet Dr. Christine Thiel-Bender vom BUND. Und um das zu erreichen, ist die Wildkatze ein idealer Maßstab, da sie als sehr anspruchsvolles Tier gilt und große zusammenhängende Lebensräume benötigt. Wo sie sich wohlfühlt, können sich auch andere Tierarten ausbreiten. Erforscht man sie, kann man begreifen, wie Wälder miteinander vernetzt sind.

Auch der Arnsberger Wald ist als Lebensraum geeignet: Wenig unruhige Wege und gute Nahrungsmöglichkeiten gehören laut Arndt zu Faktoren und Gründen, warum die Wildkatze hier beheimatet ist. Sie lebt auf ca. 1000 Hektar Waldfläche. In der Regel würden in diesem einen Gebiet drei Individuen (ein Kater und zwei Katzen) leben. Deswegen schätzt der Förster das Vorkommen im Arnsberger Wald auf die „verschwindend geringe Zahl von 150 Wildkatzen“. Auch ein Grund, warum sie schwierig zu entdecken sei.

Wildkatzenbotschafter gesucht

Optisch ist es auch nicht einfach, eine Wildkatze von einer getigerten, wildlebenden Hauskatze zu unterscheiden. Ein Merkmal sei allerdings, dass das getigerte Muster einer Wildkatze deutlich verwaschener erscheine, als das der Hauskatze. Ein weiteres Indiz: Der Schwanz. Während dieser bei der Hauskatze spitz zusammenläuft, sei das letzte Stück der Rute bei einer Wildkatze buschig und sehr dunkel gefärbt.

Wie kann das Wissen über diese bedrohte Tierart bewahrt werden? „Eigentlich bräuchte man jemanden, der am Stammtisch von der Wildkatze erzählen kann, oder mit dem Förster per Du ist“, dachte sich Dr. Christine Thiel-Bender, und kam so auf die Idee, sogenannte Wildkatzenbotschafter auszubilden. Da Arnsberg auch im Wildkatzengebiet liegt, findet hier am kommenden Wochenende ein solches Seminar statt. Das Engagement sei ganz unterschiedlich und nur so wie es zeitlich möglich sei, betont Thiel-Bender. Wildkatzenbotschafter helfen beispielsweise mit, wenn es darum geht, Untersuchungen vorzunehmen, Vorträge zu halten oder mit den Förstern im Austausch zu stehen.

 
 

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