Wepa baut rund 150 Arbeitsplätze ab - Werke in Arnsberg und Marsberg betroffen

Martin Schwarz
Auch das Wepa-Stammwerk in Arnsberg ist vom geplanten Stellenabbau betroffen.
Auch das Wepa-Stammwerk in Arnsberg ist vom geplanten Stellenabbau betroffen.
Foto: unbekannt
Der in finanzielle Bedrängnis geratene Hygienepapierhersteller Wepa setzt den Rotstift an und will vor allem beim Personal sparen. An den fünf deutschen Standorten sollen insgesamt 150 Stellen gestrichen werden, davon 75 im Arnsberger Stammwerk und 28 in Marsberg-Giershagen. Unterdessen hat der Finanzinvestor Pamplona seinen Anteil wieder an die Eigentümerfamilie Krengel zurückverkauft.

Arnsberg/Marsberg. Der unter erheblichem Kostendruck stehende Hygienepapier-Hersteller Wepa (Westfälische Papierfabrik) will in den fünf deutschen Betriebsstätten insgesamt rund 150 Stellen abbauen. „Der Stellenabbau soll möglichst sozialverträglich geschehen, betriebsbedingte Kündigungen sollen weitestgehend vermieden werden“, heißt es in einer Wepa-Pressemitteilung, die unsere Zeitung gestern auf Anfrage erhielt.

Am stärksten vom Personalabbau betroffen ist das Werk in Arnsberg-Müschede. Im dortigen rund 500 Mitarbeiter zählenden Werk sollen laut Geschäftsleitung 75 Stellen entfallen. Im 460 Mitarbeiter starken Wepa-Werk in Marsberg-Giershagen ist in Arbeitnehmerkreisen vom Abbau von 28 Stellen die Rede. Eine offizielle Bestätigung dieser Zahl war von der Geschäftsleitung nicht zu erhalten.

Befristete Verträge werden nicht verlängert

Der Wepa-Betriebsratsvorsitzende im Müscheder Werk, Werner Merse, sprach gestern auf Anfrage unserer Zeitung von rund 80 Planstellen, die in Müschede wegfallen würden. „80 Stellen heißt in Müschede aber nicht 80 Mitarbeiter“, betonte er. Denn schon seit einiger Zeit würden vakant werdende Stellen nicht wieder besetzt werden, so dass die Zahl der wegfallenden Stellen, von denen jetzt konkret Mitarbeiter betroffen seien, geringer als 80 sei. Inder Summe bliebe es aber beim Wegfall von rund 80 Planstellen in Müschede. Ob man ohne betriebsbedingte Kündigungen auskomme, werde sich bis Ende dieses Jahres zeigen, meinte Merse. Mit Mitarbeitern werde über Auflösungsverträge mit Zahlung von Abfindungen sowie über Möglichkeiten des vorzeitigen Ruhestands gesprochen. Stellenabbau solle auch die Nichtverlängerung von befristeten Arbeitsverhältnissen erreicht werden.

Bereits im vergangenen September informierte die Geschäftsleitung in einer Belegschaftsversammlung die Müscheder Mitarbeiter über das europaweit angelegte Kostenreduktionsprojekt. Die erheblich gestiegenen Rohstoff-, Energie- und Logistikkosten würden laut Wepa-Geschäftsleitung deutliche Kosteneinsparungen, auch im Personalbereich, erfordern. Vom Stellenabbau in Müschede ist besonders die Zentralverwaltung betroffen, in der 48 Stellen wegfallen sollen.

Wepa-Verwaltung verschlanken

Die Verwaltung könne deutlich schlanker werden, denn bei der Integration der im Jahr 2009 von der Karto-group übernommenen italienischen Werke habe es in der Müscheder Zentralverwaltung einen erheblichen Stellenaufbau gegeben, der nun im Zuge der Kapazitätsanpassung der italienischen Gesellschaften teilweise entfallen könne, so die Geschäftsleitung. Für die Kostenreduktion wurde ein Gesamtbetriebsvereinbarung für alle fünf deutsche Werke und ein Sozialplan vereinbart. Dabei wurde für alle deutschen Wepa-Beschäftigten auch der Verzicht auf einen Teil des tariflichen 13. Monatsgehalts vereinbart.

Zur Neuaufstellung der Wepa-Gruppe gehört auch die Neuordnung der Eigentumsverhältnisse. Der Finanzinvestor „Pamplona Capital Partners“ verkaufte Mitte August seinen 32-prozentigen Gesellschafteranteil der „Wepa SE“ an die Marsberger Kraftwerksgesellschaft, die den Brüdern Martin, Wolfgang und Joachim Krengel gehört. Somit liegt das gesamte Wepa-Aktienvolumen wieder in den Händen der Familien Krengel.