Weiterbau der A46: Alle hoffen auf neue Regierung

Unternehmer für den Lückenschluss A46 Hemer Arnsberg.                                                                   Foto Ted Jones
Unternehmer für den Lückenschluss A46 Hemer Arnsberg. Foto Ted Jones
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Arnsberg.. Der Regierungswechsel in Nordrhein-Westfalen bringt neue Dynamik in die Diskussion um den Weiterbau der A46 zwischen Hemer und Neheim. Sowohl die Gegner als auch Befürworter der Autobahn positionieren sich erneut mit ihren Standpunkten und erhoffen sich Vorteile in den neuen Machtverhältnissen. Die Argumente sind dabei nicht neu.

Während die Autobahngegner den rot-grünen Koalitionsvertrag so interpretieren, dass der noch nicht planfestgestellte Lückenschluss der A 46 nun auf Jahre zurückgestellt wird, empfinden Befürworter wie die Unternehmens-Initiative „Pro A 46“ Rückenwind. Die Initiative beruft sich auf Äußerungen von SPD-Landtagsabgeordneten, die den Weiterbau der A46 im Koalitionsvertrag gesichert sehen. „Die Haltung der SPD zum Lückenschluss macht Mut“, ließ Hubertus Gössling wissen. Der Arnsberger Spediteur ist stellvertretender Vorsitzender von „Pro A46“.

Völlig im Gegensatz dazu stehen öffentliche Äußerungen vom neuen NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Bündnis 90/Grüne), der meint, „dass der Widerstand gegen das Vorhaben kaum zu überwinden ist“. Remmel verweist auf rechtliche Möglichkeiten der Ausbaugegner. und regt „alternative Netzlösungen“ wie den Ausbau von Bundesstraßen und neuen Ortsumgehungen an. Die seien schneller zu realisieren.

Lückenschluss ist mit höchster Priorität eingstuft

Arnsbergs CDU-Landtagsabgeordneter Klaus Kaiser warnt hingegen schon vor einem „Lehrstück rot-grüner Gestaltungsverweigerung“. Von am Ende nicht tragfähigen Alternativen hält er nichts: „Damit erweist man Menschen und Natur in der Region angesichts zu erwartender Verkehrssteigerungen einen Bärendienst“, sagte Kaiser am Freitag.

Der Lückenschluss ist im gültigen Bundesverkehrswegeplan im Vordringlichen Bedarf, d. h. mit höchster Priorität eingestuft. „Und da schon mit wesentlichen Planungsarbeiten begonnen wurde, ist die Maßnahme als fest disponiert zu betrachten“, schlussfolgert Gössling, „der schnellen weiteren Planung und dem späteren Baubeginn steht nichts mehr im Wege.“

Entlastung der Ortsdurchfahrten

In weiten Kreisen der betroffenen Wohnbevölkerung entlang der gegenwärtig noch bestehenden „Nadelöhre“, so ist sich „Pro A46 sicher, treffe der geplante Autobahnbau als Entlastung der Ortsdurchfahrten auf große Zustimmung. Die Gründungen der Bürgerinitiativen Pro A 46 in Hemer und Menden dokumentierten den großen Rückhalt des Projektes in der Bevölkerung. Dies sei ein weiterer Beleg für den Willen der Region, die bessere Anbindung für die Wirtschaft im Kreis Soest, im Hochsauerlandkreis und Märkischen Kreis nicht länger zu blockieren, sondern die langjährige Autobahnlücke endlich zu schließen.

Die stadtübergreifende Gruppeninitative gegen die Autobahn 46 hält indes an ihren Standpunkten fest und hält den Weiterbau ab Hemer für überflüssig. „Die Entlastung ist geringer als erhofft, der Preis dagegen hoch“, so die GigA46-Sprecher Stefan Neuhaus und Lothar Kemmerzell. Sie rechnen mit 300 Millionen Euro für 19 Kilometer. Die Gruppeninitiative beklagt, dass die Befürworter der A46 die Gegner des Lückenschlusses „pauschal als ideologisch und dogmatisch diffamieren“.

Was ist mit dem Weiterbau der A445?

Ähnlich diskutiert wird nach dem Regierungswechsel übrigens auch in der Börde, wo der Weiterbau der A445 vom Autobahnkreuz Werl zum Anschluss Rhynern umstritten ist. Die Bürgerinitiative „StoppT A445“ hatte hier schon gejubelt und gehofft, die neue Regierung würde die Planungen des Weiterbaus stoppen. Allerdings kam hier das Signal aus Düsseldorf, dass dies allein rechtlich schon nicht ohne weiteres möglich sei. Werner Reh vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte im Koalitionsvertrag einen Todesstoß für den A445-Weiterbau gesehen. Pressereferent Peter Kummer vom NRW-Verkehrsministerium ließ aber verlauten, dass die Landesregierung die A445 nicht stoppen könne. Auch der Weiterbau der A445 wird vor allem von der Wirtschaft im Sauerland seit Jahren mit Nachdruck gefordert.

 
 

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