„Unverzichtbarer Dienst für die Menschen in der Region“

Der „Sternenweg“ wird 20 Jahre alt.
Der „Sternenweg“ wird 20 Jahre alt.
Foto: Logo

Arnsberg/Sundern..  Der „Sternenweg“ feiert am Sonntag 20-jähriges Jubiläum. Die Leiterin des ambulanten Hospizdienstes, Ursula Elisa Witteler, und Christian Stockmann (Geschäftsführer Caritas-Verband Arnsberg/Sundern) haben wir aus diesem Anlass einige Fragen gestellt.

Welchen Stellenwert hat die Hospizarbeit beim Caritas-Verband Arnsberg/Sundern?

Christian Stockmann: Die ambulante Hospizarbeit des Sternenwegs hat für den Caritas-Verband eine besondere Bedeutung. Er ist für die Versorgung der Menschen in unserer Region genauso wichtig wie unsere anderen Dienste und Hilfen. Das Besondere am Sternenweg ist aber, dass diese Arbeit nur durch die Unterstützung der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich ist. Das Ehrenamt ist für den Caritasverband dabei ein wertvolles Fundament und zeigt die enge Verbundenheit des Verbandes mit den Menschen in unseren Städten.

Seit 20 Jahren bieten Sie diese Begleitung an – was hat sich gegenüber den Anfängen 1995 verändert?

Elisa Witteler: Zu Beginn wollte man einfach helfen, dabei stand der betroffene, erkrankte erwachsene Mensch sehr im Mittelpunkt. Heute lenken wir unseren Blick neben dem Erkrankten mehr auf die gesamte Familie. Unsere Erfahrungen zeigen, dass oft im Erwachsenenbereich gar nicht der erkrankte Mensch die Begleitung oder das Gespräch sucht, sondern die Angehörigen. Die Begleitungen sind also wesentlich komplexer geworden. Die Akzeptanz gegenüber der ambulanten Hospizarbeit ist in der Bevölkerung spürbar gestiegen, obwohl das Thema Sterben noch immer vielfach tabuisiert wird.

Seit fünf Jahren werden auch Kinder betreut – eine besondere Herausforderung?

Witteler: Ja – sie hat aber ebenso eine besondere Leichtigkeit und Freude. Wir begleiten die Familien meist über viele Jahre. In diesen Jahren können die Kinder und Jugendlichen schwere Krisen haben, andererseits erleben wir auch Zeiten ganz normalen Familienlebens. Da gibt es viele leichte, schöne und freudige Momente, an denen wir teilhaben dürfen, mit Hoffnungen, Erfolgen und wunderschönen Augenblicken mit den Kindern und Jugendlichen.

Stichwort ehrenamtliche Mitarbeiter – wie viele sind es derzeit, und wie wichtig sind diese für den Sternenweg?

Witteler: Ab Sonntag hat der Sternenweg 48 ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen. Ohne dieses tolle Team wäre diese Arbeit unvorstellbar. Sie bilden die Basis des Dienstes, weil nur sie vollkommen ohne Berufsauftrag in Familien gehen können. Die Vielschichtigkeit der Begleitungen macht eine enge Zusammenarbeit zwischen Ehren- und Hauptamt notwendig.

Was wünschen Sie dem Sternenweg für die Zukunft?

Stockmann: Weiterhin die Kraft, diesen wertvollen Dienst am Nächsten zu ermöglichen; und viel Unterstützung von Spendern und Förderern, da es keine ausreichende Refinanzierung durch Krankenkassen gibt.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel