Uli Schäfer raucht seine Pfeife am langsamsten

„Feuer frei“ hieß es bei der 35. Westdeutschen Meisterschaft im Pfeifelangsamrauchen in der Gaststätte „Haus Bergkemper“ auf Bergheim.
„Feuer frei“ hieß es bei der 35. Westdeutschen Meisterschaft im Pfeifelangsamrauchen in der Gaststätte „Haus Bergkemper“ auf Bergheim.
Foto: WP

Bergheim/Voßwinkel..  An der Eingangstür der Gaststätte „Haus Bergkemper“ auf Bergheim stand „Streng geschlossene Gesellschaft“.

Eigentlich ungewöhnlich, doch es hatte einen Grund. Hinter dieser Eingangstür fand die 35. Westdeutsche Meisterschaft im Pfeifelangsamrauchen statt. Organisiert wurde der Wettbewerb vom Voßwinkeler „Pfeifenclub Puba“ (wir berichteten). Weil die Veranstaltung als „Geschlossene Gesellschaft“ organisiert wurde, durfte in der Gaststätte geraucht werden.

„Feuer frei“ lautete das Kommando des Oberschiedsrichters Martin Gillert aus Müschede für die 42 Teilnehmer, darunter sechs Frauen, die daraufhin ihre Pfeifen anzünden durften.Bevor die Streichhölzer aufflammten, hatte der Schiedsrichter die Wettkampfutensilien verteilt. Sie beinhalten eine Holzpfeife, drei Gramm Tabak, zwei Streichhölzer und einen Holzstopfer. Je nach Bedarf kommt ein Filter hinzu.

Dann ging es ans Pfeife stopfen. Der Tabak wurde zwischen den Fingern gerieben, um größere Stücke zu verkleinern. „Bei Weltmeisterschaften reibt man ihn noch in den Händen, damit er durch Schweiß angefeuchtet wird. Wir praktizieren das aber nicht“, so Kurt Eggemann, Präsident des Verbandes Deutscher Pfeifenraucher. Die Stopfzeit der Pfeife beträgt fünf Minuten. Das Anzünden des Tabaks darf eine Minute nicht überschreiten.

Erst rauchen – dann trinken

Als die Pfeife unter Qualm stand und der Tabak die richtige Glut ­hatte, kam auch der Genuss. Ach ja, trinken darf man erst zehn Minuten nach Beginn des Rauchens, und beim Stopfen muss sich die Pfeife im Mund befinden. Der Schiedsrichter geht von Tisch zu Tisch und kon­trolliert, ob alles seine Richtigkeit hat. Auf Verlangen müssen die Teilnehmer an der Pfeife ziehen und den Qualm aus dem Mund zeigen.

Nach Genuss und Gemütlichkeit beim Pfeiferauchen am Wettkampftag hatte Uli Schäfer vom Voßwinkeler „Pfeifenclub Puba“ am langsamsten seine Pfeife geraucht und wurde Westdeutscher Meister. Nach einer Stunde, 30 Minuten und 40 Sekunden waren die drei Gramm Tabak nur noch ein kleines Häufchen Asche in seiner Pipe. Platz 2 und 3 belegten Alex Vasilic mit 1:17:16 Stunden (1. Kölner Pfeifenclub) und Andreas Giese (1:10:35) vom Pfeifenclub Puba. Die Mannschaftsmeisterschaft (drei Pfeifenraucher) ging nach Köln mit 3:15:30 Stunden. Die Plätze 2 und 3 blieben in Voßwinkel bei „Puba“ mit 3:06:04 und 3:01:05 Stunden. Der deutsche Rekord liegt beim Einzelrauchen bei 2:18 Stunden, die Weltbestzeit sogar bei 3:33 Stunden.

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