Stadtwerke bauen drei neue Ladesäulen für Elektroautos

Niklas Preuten
Auftanken an der Ladesäule (von links): Dominik Freund (wallbe), Cristian Rosca (Autohaus Kaltenbach), Uwe Lütge-Varney (Autohaus Rosier), Stadtwerke-Geschäftsführer Karlheinz Weißer und Arnsbergs Klimaschutzmanager Sebastian Witte.
Auftanken an der Ladesäule (von links): Dominik Freund (wallbe), Cristian Rosca (Autohaus Kaltenbach), Uwe Lütge-Varney (Autohaus Rosier), Stadtwerke-Geschäftsführer Karlheinz Weißer und Arnsbergs Klimaschutzmanager Sebastian Witte.
Foto: Ted Jones/WP
  • Stadtwerke installieren ab Mitte Oktober drei neue Ladesäulen für Elektroautos in Arnsberg
  • Die Stromtankstellen werden am Rathaus, Arnsberger Bahnhof und Engelbertplatz in Neheim stehen
  • Klimaschutzmanager Sebastian Witte sieht Arnsberg gut geeignet für Elektromobilität

Arnsberg.  Klimafreundlich, leise und innovativ: Die Arnsberger Stadtwerke wollen die Vorteile der Elektromobilität nutzen und mithelfen, deren stockenden Ausbau voranzutreiben. Dafür wird das Unternehmen ab Mitte Oktober drei neue Ladesäulen für Elektroautos bauen. Die Stationen werden am Rathaus, Arnsberger Bahnhof und Engelbertplatz in Neheim installiert. Die Fahrer haben dann mitsamt der Ladesäule am Campus der Stadtwerke erstmals mehrere Möglichkeiten im Stadtgebiet, ihre Elektro- oder Hybridfahrzeuge mit Strom zu versorgen.

Sebastian Witte hält Arnsberg für einen „idealen Raum“, um Elektromobilität umzusetzen. „Wir haben eine dezentrale Struktur mit 15 Stadtteilen, die fünf bis zehn Kilometer auseinander liegen. Für diese Kurz- und Mittelstrecken ist die E-Mobilität wunderbar geeignet“, sagte der städtische Klimaschutzmanager. Der Bau der neuen Ladesäulen konzentriere sich zwar zunächst auf die Zentren. „Doch wir wollen auch die Dörfer mit ins Boot kriegen“, betonte Witte, dem mit dem „Dorf-E-Auto“ ein zukünftiges Carsharing-Modell vorschwebt.

Die Paderborner Firma wallbe hat das System mit zwei 22-Kilowatt-Ladepunkten entwickelt, das per Smartphone-App bedient wird. „Überall, wo man länger steht, sollte man sein Fahrzeug laden können“, sagte wallbe-Geschäftsführer Dominik Freund. Supermärkte seien ebenfalls prädestinierte Standorte für Stromtankstellen.

Einige Unternehmen hätten bereits vorsichtiges Interesse bekundet, so Thomas Stock, Stadtwerke-Geschäftsbereichsleiter Markt. Zudem sei man in Gesprächen mit den Bürgermeistern der angrenzenden Kommunen. „Wir müssen Elektromobilität im Gesamtkonzept sehen“, stellte Stock fest.

Die Stadtwerke sehen ihre Aufgabe nicht nur im Ausbau der Infrastruktur, sondern auch als Netzwerker. „Wir führen Kooperationspartner zusammen“, sagte Geschäftsführer Karlheinz Weißer. Beim Tag der Elektromobilität saßen Vertreter von Autohäusern mit am Tisch. „Es gilt, die Kunden an E-Mobilität heranzuführen und Bewegung in die Köpfe zu bekommen“, so Verkaufsleiter Uwe Lütge-Varney vom Autohaus Rosier, der bei Firmen darum wirbt, die Dienstwagen-Flotten auf Elektro- oder Hybridautos umzustellen.

Allen Beteiligten scheint klar, dass der Weg bis zur Etablierung der Elektromobilität ein weiter ist. In Arnsberg wird indes ein Stück davon gepflastert.

Elektromobilität im internationalen Vergleich:

Deutschland hinkt beim Ausbau der Elektromobilität im internationalen Vergleich hinterher. „In China, Norwegen, Großbritannien und Frankreich gehen die Zulassungszahlen derzeit durch die Decke“, sagte wallbe-Geschäftsführer Dominik Freund.

Die Diskussion über die nicht ausreichend ausgebaute Infrastruktur hält Freund für „sehr deutsch“. In anderen Ländern werde E-Mobilität konsequenter gefördert. Die Bundesregierung beschloss im Mai eine Förderung in Höhe von einer Milliarde Euro.