Segen für gleichgeschlechtliche Paare in Arnsberg

Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Arnsberg (ganz rechts der Vorsitzende, Pfarrer Johannes Böhnke) hat für die Einführung einer ­öffentlichen Segnung eingetragener gleichgeschlechtlicher Partnerschaften votiert.
Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Arnsberg (ganz rechts der Vorsitzende, Pfarrer Johannes Böhnke) hat für die Einführung einer ­öffentlichen Segnung eingetragener gleichgeschlechtlicher Partnerschaften votiert.
Foto: WP
Sollen gleichgeschlechtliche Paare in öffentlichen Gottesdiensten gesegnet werden dürfen? Während diese Frage in Reihen der Evangelischen Kirche in Deutschland noch lebhaft – und teilweise kontrovers – diskutiert wird, hat sich die Evangelische Kirchengemeinde Arnsberg bereits festgelegt.

Arnsberg.. Das Presbyterium der Gemeinde hat im Verlauf seiner jüngsten Sitzung für die Einführung einer ­öffentlichen Segnung eingetragener gleichgeschlechtlicher Partnerschaften votiert. Obwohl die Arnsberger damit im Sauerland – und wahrscheinlich auch darüber hinaus – eine Vorreiterrolle übernehmen, wurde diese Entscheidung keineswegs „aus dem Bauch ­heraus“ oder gar voreilig getroffen – das Gegenteil ist der Fall:

Schon seit einigen Monaten befassen sich die evangelischen Arnsberger, „angeschoben“ von der Landessynode, die eine Stellungnahme eingefordert hat, mit der Frage, ob es solch öffentliche Segnungsgottesdienste geben soll.

Intensiver Dialog

Der intensive Dialog und Meinungsbildungsprozess gipfelte Anfang September in einer Podiumsdiskussion mit Christina Bergmann (Pro), Pfarrerin im Kirchenkreis Arnsberg, und Christian Diederichs (Contra), Pfarrer aus Hannover. Deren Beiträge trugen wesentlich zur Entscheidungsfindung bei – die übrigens einen „salomonischen“ Aspekt beinhaltet, denn: „In unserem Beschluss haben wir einen Gewissensvorbehalt angemahnt, also eine Regelung, die – wie bisher bei einer nicht öffentlichen Segnungshandlung – diejenigen Pfarrer von einer öffentlichen Segnung eingetragener gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ausnimmt, die das mit ihrem auf die Heilige Schrift und auf die Bekenntnisschriften geleisteten Ordinationsgelübde nicht vereinbaren können“, schreibt Johannes Böhnke in einem Brief an die Gemeindemitglieder.

Das Presbyterium habe mit seinem Beschluss versucht, „zwei urevangelische Anliegen aufzunehmen, zum einen die Beteiligung der Gemeinde an Leitungsentscheidungen – zum anderen den Grundsatz, dass es in Ge­wissensfragen keinen Zwang geben darf“, so der Pfarrer weiter.

Deutliches Signal an die Synode

Dieses deutliche Signal aus Reihen der rund 5500 Mitglieder zählenden heimischen Gemeinde an die Landessynode dürfte deren Entscheidungsfindung erleichtern. Ein Erfolg. „made in Arnsberg“ – daher bedankt sich Pfarrer Böhnke als Vorsitzender des Presbyteriums ganz ausdrücklich bei allen, „die sich an den Diskussionen zum Thema beteiligt und diese sehr fair und angemessen geführt haben“.

 
 

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