Schwaches Interesse: Vorerst keine „Bürgerliste Sundern“

Michael Ullrich (rechts) und Harald Heck, Ex-Landesvorsitzender der Freien Wähler, in der Versammlung für eine Gründung der Bürgerliste Sundern
Michael Ullrich (rechts) und Harald Heck, Ex-Landesvorsitzender der Freien Wähler, in der Versammlung für eine Gründung der Bürgerliste Sundern
Foto: WP

Sundern.  Gescheitert ist der erste Anlauf für die Gründung einer neuen politischen Vereinigung in Sundern. Zur Gründungsversammlung der neuen „Bürgerliste Sundern“ kamen in den großen Saal des „Tagwerks“ nur 21 Bürger, von denen einige die Gründungsversammlung auch noch vorzeitig - vor dem Ende der Veranstaltung - verließen. Da unter den Besuchern kaum Leute bereit waren, in der neuen politischen Vereinigung mitzumachen, scheiterte der Versuch des ehemaligen CDU-Mitglieds Michael Ullrich, eine „Bürgerliste Sundern“ zu gründen. Die meisten Versammlungsteilnehmer wollten sich nur über die Bürgerliste informieren.

Ziel: Anschluss an „Freie Wähler“

Ullrich will sich nicht entmutigen lassen und nun einen neuen Anlauf nehmen und zu einer weiteren Veranstaltung einladen. Ullrich schwebt ein Anschluss der Bürgerliste an die „Freien Wähler“ vor. Deshalb kam Harald Heck, früherer Landesvorsitzender der Freien Wähler, in die Versammlung, um die „Freien Wähler“ vorzustellen.

Zu den 21 Versammlungsteilnehmern gehörte auch Hans Klein von der Initiative Amecke 21 und Ulrich Lübke, führend beim Bürgerbegehren zum Erhalt des Straßennamens „Nelliusstraße“.

Michael Ullrich eröffnete die Versammlung mit den Worten: „Bitte verstehen Sie, dass ich kein Blatt vor den Mund nehme: Wir Bürger werden von der Verwaltung verarscht! Hier muss mal auf den Tisch geklopft werden. Sundern wird ausverkauft!“ Er brachte Beispiele wie den Verkauf des Freibadgeländes in Amecke, das verscherbelt würde, Campingplätze würden das Doppelte kosten sowie den Streit um die Umbenennung der Nelliusstraße.

Michael Ullrich gab das Wort dann an Hans Klein von der Bürgerinitiative „Amecke 21“ weiter. Dieser sah eine ausreichend blühende Tourismusbranche in Amecke, bis die Stadt Sundern auf die Idee kam, „Geld zu verdienen“. Die Vorhaben dazu seien aber alle eine Nummer zu groß. Auch der jetzige Investor wolle sich zurückziehen, doch die Stadt vorher noch „ausnehmen“, sich „Grundstücke am See unter den Nagel zu reißen.“ Er sah „geheime Verträge“, die niemanden bekannt und schon im Jahr 2009 abgeschlossen worden seien als Grund für das Verhalten des Bürgermeisters.

Der nächste Redner, Ulrich Lübke, zeigte sich entsetzt über das Verhalten der Hachener Ratsherren. Sie hätten gesagt, „alles ist eh beschlossen, sucht euch einen neuen Straßennamen.“ Er habe versucht mit dem Beigeordneten Meinolf Kühn eine Lösung zu suchen, sei von ihm an den Bürgermeister verwiesen worden und der habe gesagt, „lasst das Bürgerbegehren laufen“. „Er hat sicher nicht damit gerechnet, dass wir die Unterschriften zusammen bekommen“, freute er sich. Nun würde das Bürgerbegehren der Stadt 80 000 Euro kosten, die sie sich hätten sparen können, wenn man der Initiative zugehört hätte. Ein Hinweisschild oder Gedenkstein gegen die Nazikultur hätten ausgereicht.

 
 

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