Schutzstreifen kommt

Achim Gieseke
Der breite Gehweg auf Klosterbrücke und Brückenplatz ist weiterhin allein den Fußgängern vorbehalten.
Der breite Gehweg auf Klosterbrücke und Brückenplatz ist weiterhin allein den Fußgängern vorbehalten.
Foto: WP Ted Jones

Arnsberg.  Ein Schutzstreifen soll nach Abschluss der großen Umgestaltungsarbeiten künftig für die Sicherheit der Fahrradfahrer vom Kreisverkehr Bömerstraße bis hin zum Gutenbergplatz sorgen. Damit ist das Radfahren auf den Bürgersteigen tabu. Dies erklärte Manfred Schäfer vom Fachbereich Stadtentwicklung der Stadt Arnsberg. Immer wieder waren in jüngster Zeit in der Bevölkerung Fragen dazu aufgekommen.

Der Schutzstreifen für Radfahrer - auch als Angebotsstreifen bekannt - sei „eine ganz normale Lösung, um zu zeigen: Hier sind Radfahrer unterwegs,“ so Schäfer auf Anfrage unserer Zeitung. Und dieses probate Mittel, dem zunehmenden Radverkehr Raum und Sicherheit zu bieten, werde im Stadtgebiet bereits seit geraumer Zeit angewandt. „Mit gutem Erfolg zum Beispiel an der Bömerstraße, an verschiedenen Stellen in Neheim und in Oeventrop.“ Und neben Klosterbrücke bis Gutenbergplatz demnächst auch auf der Ruhrstraße.

Möglichst schnell auftragen

Der Schutzstreifen, sagt Schäfer als Radverkehrsbeauftragter der Stadtverwaltung, werde vom Kreisel Bömerstraße bis Gutenbergplatz eine Breite von 1,50 Meter haben. „Allerdings wird auf dem Brückenplatz im Bereich der Mittelinsel nicht markiert. Denn dort fehlt natürlich die entsprechende Straßenbreite. Deshalb müssen sich auf diesem Teilstück die Fahrradfahrer in den normalen Verkehr einfädeln.“

Die Markierungen für die Schutzstreifen werden aufgetragen, sobald die letzte Asphaltschicht ausgewalzt ist. Aber er wolle sich, so Manfred Schäfer weiter, in der kommenden Woche in der Sitzung des Arbeitskreises „Radverkehrsförderung“ dafür stark machen, dass man die weißen Streifen möglichst unmittelbar nach Fertigstellung der einzelnen Straßenteilstücke auftrage und nicht erst warte, bis die komplette Sanierung abgeschlossen sei.

Mit dem Schutzstreifen, nennt Schäfer einen weiteren Vorteil, entfalle zugleich die aufwändige Beschilderung. „Weil ein solcher Streifen für sich spricht und damit auch dem motorisierten Verkehr klar signalisiert, dass in diesem Bereich Radfahrer zu erwarten sind.“ Was jedoch nicht bedeute, dass ein Autofahrer - zum Beispiel im Begegnungsverkehr - nicht in diese Zone hinein ausweichen dürfe. „Aber nur, wenn sie frei ist, sonst muss gewartet werden.“

Gehweg-Nutzung nie ein Thema

Neben der zügigen Umsetzung will Schäfer dem Arbeitskreis zugleich vorschlagen, die Signalwirkung am Beginn des Schutzstreifens, an Querungen und Einmündungen mit Piktogrammen noch einmal deutlich zu verstärken. Alles eben für die Sicherheit der Fahrradfahrer.

Die Lösung übrigens, den Radverkehr auf den jetzt breiten Gehsteigen von Klosterbrücke und Brückenplatz zu erlauben, sei nie ein Thema gewesen. „Dort wäre zwar ausreichend Platz, aber es macht keinen Sinn.“ Schon allein in der unterschiedlichen Geschwindigkeit von Fußgänger und Radfahrer liege ein großes Gefahrenpotenzial. Vor allem in Stoßzeiten. „Das passt einfach nicht. Eine solche Mischung ist ungesund.“ So habe beispielsweise die Radfahr-Vorzeigestadt Münster in dieser Hinsicht erhebliche Schwierigkeiten. Damit bleibt in Sachen Gehwegnutzung in Arnsberg alles wie gehabt (siehe Infokasten).

Ob in einem späteren Schritt auch auf der Clemens-August-Straße Schutzstreifen kommen werden, ist noch offen. Zunächst müsse geprüft werden, ob ein solches Vorhaben aufgrund der dortigen Begebenheiten überhaupt umzusetzen sei.

Info

Die Gehweg-Nutzung durch Radfahrer ist klar geregelt:

Kinder bis 8 Jahren müssen, Kinder bis 10 Jahren können mit dem Fahrrad den Bürgersteig benutzen.

Die begleitenden Eltern/Erwachsenen müssen grundsätzlich auf der Straße fahren.