Sauerland-Museum: „Wir sehen bei der Finanzierung kein Haar in der Suppe“

Exponate wie dieser Zug würden wohl bei einer Beschränkung auf die Sanierung des Altbaus (Landsberger Hof)  in den Magazinen des Museums verschwinden.
Exponate wie dieser Zug würden wohl bei einer Beschränkung auf die Sanierung des Altbaus (Landsberger Hof) in den Magazinen des Museums verschwinden.
Foto: WP

Arnsberg.  Jetzt hat sich auch der Förderverein des Sauerland-Museums in Sachen Regionale-Projekt 2013 - Erweiterung des Museums zu einem „Museums- und Kulturforum Südwestfalen“ - zu Wort gemeldet. Fazit des Gesprächs mit den beiden Vorsitzenden Ursula Gödde und Johannes Stemmer: Die Realisierung der Pläne würde einen großen Schub für Hochsauerlandkreis und Stadt Arnsberg bedeuten.


Frage: Der Fördervereins des Sauerlandmuseums ist umfassend über die Erweiterungspläne des Museums im Zuge der Regionale 2013 informiert. Wie beurteilen Sie die Finanzierung?

Gödde:
Wir sind von dem Finanzierungskonzept überzeugt. Ich habe für den Förderverein als Zuhörerin an der langen Sitzung des Kulturausschusses des HSK Mitte Mai in Meschede teilgenommen und mich mit der sehr ausführlichen Beschlussvorlage befasst. Der Kostenaufwand von 12 Mio. Euro wird der Sache gerecht, weil das Geld für den gesamten Hochsauerlandkreis sinnvoll investiert ist und es die Stadt Arnsberg, die ohne Zweifel stark davon profitieren wird, nichts kostet. Würde man das Projekt ablehnen, würden mit diesem Geld Projekte in anderen Kommunen realisiert werden. Und an den Stammtischen wundert man sich dann wieder, dass hier vor Ort nichts passiert. Deshalb sollte man nicht zu schnell Entwicklungen ablehnen, sondern erst einmal nachdenken und sich genauer informieren.
Stemmer:
Wir sehen in der Tat kein Haar in der Suppe. Im Gegenteil. Wenn man die Chance jetzt nicht ergreift, wird sie wohl nicht mehr wiederkommen. Zumal man gerade hier auch vor Ort die vielen Vorteile sehen sollte.


Welche Vorteile meinen Sie?

Stemmer:
So wird zum Beispiel die Schrottimmobilie an der Ruhrstraße endlich verschwinden. Und, ganz wichtig, es wird im Sauerlandmuseum künftig möglich sein, endlich hochkarätige und publikumswirksame Ausstellungen präsentieren zu können. Denken Sie an die ursprünglich für 2014 geplante große Macke-Ausstellung. Nach einer Ortsbesichtigung haben die zuständigen Mitarbeiter ihre zuvor signalisierte Zustimmung mit einem Kopfschütteln wieder zurückgezogen.


Warum?
Stemmer:
Weil die Räumlichkeiten völlig ungeeignet sind. Kostbare Gemälde zum Beispiel können derzeit im Museum nicht so installiert werden, wie es für deren Schutz zwingend erforderlich ist. Ebenfalls fehlt die für deren Schutz notwendige Möglichkeit zur Klimatisierung. Von der versicherungsrelevanten Diebstahlsicherung ganz zu schweigen.


Wie steht der Förderverein zu dem Vorschlag, auf die Erweiterung und damit auf die Fördergelder zu verzichten und stattdessen allein den Altbau zu sanieren?
Gödde: Das macht wenig Sinn, weil auch dann keine hochwertigen Ausstellungen möglich sein werden. Denn gerade manche Gemälde entfalten ihre Wirkung erst in großen, von Licht durchfluteten Räumen und aufgrund ihrer Größe auch nur in entsprechenden Flächen. So konnten wir zum Beispiel unsere Macke-Preisträgerin (2009) Leiko Ikemura hier zwar präsentieren, aber den Werken war es nicht ganz angemessen. Corinne Wasmuth, die August-Macke-Preisträgerin von 2011, hat ihre Arbeiten hier bei uns im Sauerland noch nicht gezeigt. Das blieb dann leider anderen Museen vorbehalten. Ich habe Bilder von ihr entdecken können im neuen Städelmuseum in Frankfurt und im Museum Bahnhof Rolandseck. Aber sie ist eben eine Preisträgerin des HSK.
Stemmer:
Nicht zu vergessen, dass bei einer solchen Variante die Dauerausstellung wohl gänzlich in den Magazinen verschwinden wird, weil sie für die jeweils aktuellen Präsentationen immer wieder abgebaut werden muss. Damit würde im Grunde die Geschichte unserer Region nur noch im Verborgenen existieren. Und das wäre fatal. Die andere Möglichkeit wäre der Verzicht auf die publikumsträchtigen Sonderausstellungen. Mit dann aber traurigen Folgen für die Attraktivität des Sauerland-Museums und letztlich auch für den Tourismus, die Gastronomie und Handel in der Region.


Glauben Sie an den Leuchtturmeffekt eines Museums- und Kulturforums Südwestfalen?

Gödde:
Unbedingt. In dem Museumsdreieck Hagen –Paderborn – Siegen ist ein weißer Fleck. Und den könnten und sollten wir so hervorragend füllen mit dem Museums- und Kulturforum mit einem Publikumsinteresse über die Region hinaus. Schließlich wirbt die „Museumslandschaft Hochsauerlandkreis“ – ein Zusammenschluss der heimischen Museen - mit dem Slogan „HSK – Heimat starker Kultur“. Diesem Anspruch sollte man dann auch mit der entsprechenden Entscheidung im Kreistag gerecht werden. Zudem gehe ich auch davon aus, dass der Startschuss für die Umsetzung der Pläne weitere Investoren hier vor Ort und in der Region anziehen wird.

Der Förderverein hat an dem Regionale-Projekt von Anfang an informell teilgenommen und es ideell unterstützt.

Der Förderverein steuert 20.000 Euro zu den Kosten bei. Das ist für einen Verein dieser Größenordnung sehr viel Geld.

Der Verein, der seit über 30 Jahren das Museum unterstützt, konnte seine Mitgliederzahl auf jetzt 340 steigern.

Vorsitzende ist Ursula Gödde, 2. Vorsitzender Johannes Stemmer.

Kontakt: www.sauerland-museum.de/sauerlandmuseum/fv/

 
 

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