Sauerland-Museum steigert Besucherzahl

Großer Ansturm an der Museumskasse: Alle wollen die 50er Jahre-Ausstellung sehen.
Großer Ansturm an der Museumskasse: Alle wollen die 50er Jahre-Ausstellung sehen.
Foto: WP Ted Jones
Das Sauerland-Museum boomt weiter: Genau 27.170 Besucher passierten im vergangenen Jahr die Kasse - gut 5000 mehr als 2012. Absolute Magneten waren bzw. sind die Sonderausstellungen „Bedrohtes Paradies - Leben im Tropischen Regenwald“ und „Sehnsuchtsjahre – Wohn- und Alltagskultur der 50er Jahre“.

Arnsberg. Letztere ist aufgrund des großen Publikumsinteresses sogar bis zum 23. Februar verlängert worden. Und noch vor dem Umbau zum „Museumsforum Südwestfalen“ wird eine weitere Präsentation geboten.

Allein 330 Führungen durch die Sonderausstellungen

Eindrucksvolle Zahlen. Denn die Statistik 2013 wird komplettiert durch 330 Führungen und 204 Kindergeburtstage, deren Ausrichtung ebenfalls zum Angebot des Museums gehört. Echte Dauerbrenner. „Denn seit langer Zeit steigen die Teilnahme an unseren Führungen und die Buchungen für Kindergeburtstage Jahr für Jahr linear um zehn Prozent,“ sagt Museumsleiter Dr. Jürgen Schulte-Hobein.

Doch warum sind die Besucherzahlen des Sauerlandmuseums so explodiert? Dafür hat Schulte-Hobein, seit 1. Januar 2000 im Amt, eine einfache Erklärung: Zunächst habe man für die Sonderausstellungen lediglich die drei Räume mit insgesamt nur 170 Quadratmetern Fläche im Südflügel des „Landsberger Hofes“ genutzt. „Und da war nicht viel möglich.“

Ein Umdenken habe dann zum Jahreswechsel 2003/04 mit der großen und viel beachteten Ausstellung über die Säkularisierung eingesetzt, „als wie erstmals das Erdgeschoss freigeräumt und komplett für die Präsentation der Ausstellungsstücke genutzt haben.“ Denn auf dieser mit rund 500 Quadratmetern nun dreimal so großen Fläche habe man viel großzügiger und anschaulicher agieren können. „Den Erfolg dieser Konzeption konnten wir dann unmittelbar ein den hohen Besucherzahlen ablesen.“ In anderen Worte: je größer die Ausstellungsfläche und der damit verbundene Aufwand, umso größer der Zuspruch. Was nachfolgende Ausstellungen wie die über Johann Suibert Seibertz oder den heimischen Fußball („Vorne fallen die Tore“) bestätigten.

„Ab 2009 haben wir dann diese Konzeption konsequent umgesetzt und den Präsentations-Aufwand intensiviert. Und es hat sich deutlich gezeigt, dass diese Entscheidung richtig war,“ freut sich der Museumsleiter. Dabei habe ein Rädchen ins andere gegriffen. „Denn angesichts der so möglich gewordenen großen Sonderausstellungen konnte parallel dazu deren Vermarktung regional und überregional verstärkt werden.“ Schließlich sei es unverantwortlich, Besucher mit großer Werbung anzulocken, die dann aber letztlich nicht mit dem tatsächlichen Angebot übereinstimme. „So etwas würde nur Ärger geben. Außerdem kommen Besucher nur zurück, wenn sie zufrieden waren. Eine Maxime, an die wir uns grundsätzlich halten werden.“

Anne Frank-Ausstellung wird im September eröffnet

Das Sauerland-Museum selbst wird sich allerdings mit dem Ende der aktuellen 50er-Jahre-Schau und dem bevorstehenden Beginn der Erweiterungsarbeiten im Zuge der Regionale 2013 nicht in den „Winterschlaf“ verabschieden. „Wir haben uns dafür entschieden, noch eine weitere Sonderausstellung zu zeigen,“ erklärte Dr. Jürgen Schulte-Hobein auf Anfrage unserer Zeitung. Und die wird unter dem Titel „Woher wir kommen - die Entwicklung des Menschen“ einen spannenden Blick auf die Genese vom Urmenschen „Lucy“ bis hin zum Homo Sapiens ermöglichen - vom 23. März bis 13. Juli. Unmittelbar danach wird das Museum komplett ausgeräumt, werden die vielen angehäuften Exponate für längere Zeit im sicheren Dunkel verschwinden.

„Aber dennoch werden wir in der Bauzeit weiter für eine Belebung des Alten Marktes sorgen,“ verspricht Schulte-Hobein. Dafür werde man den Blauen Saal im Blauen Haus entsprechend bespielen, in dem seit der Eröffnung im Mai 2013 bereits 43 Veranstaltungen über die Bühne gegangen seien. „Das ist ein guter Wert.“ Und hier wird am 10. September in Zusammenarbeit mit dem „Anne-Frank-Zentrum“ Berlin eine Ausstellung über Anne Frank eröffnet. „Mit einem Programm, dass besonders Schulen intensiv für ihren Unterricht nutzen können.“

Hintergrund

Die Ausstellung „Sehnsuchtsjahre“ über die 50er Jahre in Deutschland hat bislang über 10.500 Besucher angelockt.

  • Die Ausstellung ist noch bis einschließlich Sonntag, 23. Februar, zugänglich.

  • Über 14.000 Zuschauer hat im vergangenen Jahr die Ausstellung über den „Tropischen Regenwald“ nach Arnsberg geführt.

  • Vorbereitungen und Arbeiten zum Ausbau des Museums in ein sogenanntes Museumsforum für Südwestfalen beginnen im Juli, die Wiederöffnung ist dann für 2017 vorgesehen.

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