„Rote Karte“ für FOC-Pläne in Werl

Ein Architektenkonzept für das FOC Werl.
Ein Architektenkonzept für das FOC Werl.
Foto: WP
Die Bezirksregierung Arnsberg verweigerte - wie erwartet - der Stadt Werl und ihren Planungen eines Factory Outlet Centers am Autobahnkreuz Werl die Genehmigung. Die Stadt Werl kann diesen Bescheid aber noch juristisch anfechten lassen.

Arnsberg.. Die Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Genehmigungsbehörde hat die 85. Änderung des Flächennutzungsplans der Wallfahrtsstadt Werl wegen des Verstoßes gegen Ziele der Raumordnung und Landesplanung versagt. Mit der Änderung sollten die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Zulassung des seit einigen Jahren diskutierten Factory Outlet Center (FOC) geschaffen werden. Die Stadt Werl kann gegen den Bescheid noch den Klageweg gehen.

Stadt Arnsberg begrüßt Entscheidung

In Arnsberg und Sundern sowie in anderen Nachbarstädten hatte es großen Widerstand gegen das FOC in Werl gegeben. Arnsberg gehörte zu den treibenden Kräften bei den Gegnern der Planung. Vor allem der Einzelhandel in Neheim fürchtete durch das FOC große Geschäftseinbußen und betrachtete die Planungen als „Damoklesschwert“. Arnsbergs Stadtplaner begrüßt die Entscheidung. „Ich habe aber auch nichts anderes erwartet“, sagt Thomas Vielhaber in einer ersten Reaktion, „sonst hätten wir die ganze Regionalplanung eindampfen können“. Die interkommunale Initiative gegen ein FOC in Werl werde nun abwarten, wie die Stadt Werl reagiert, und gegebenenfalls ihre Argumente noch einmal vortragen.

Auf einer circa 12 Hekar großen landwirtschaftlichen Fläche im Bereich östlich der Anschlussstelle Werl-Zentrum der BAB 445 und südlich der Umgehungsstraße B 1 war ein Herstellerdirektverkaufszentrum mit einer Verkaufsfläche von bis zu 13 800 Quadratmeter in 70 Shop-Einheiten beabsichtigt. 1650 Stellplätzen entstehen.

Distanz von 90 Pkw-Fahrminuten

In einem FOC verkaufen Hersteller von Markenartikeln vor allem Zentren relevante Sortimente wie Bekleidung, Sportartikel sowie Schuh- und Lederwaren. Das Einzugsgebiet eines FOC ist überregional und umfasst eine Distanz von 90 Pkw-Fahrminuten.

Das geplante FOC verstößt gegen Ziele der Landes- und Regionalplanung zur Steuerung von großflächigen Einzelhandelsbetrieben, die von den Gemeinden zu beachten sind. Im Kern geht es bei diesen Zielen um den Schutz der gewachsenen Innenstädte mit oft kleinteiligem Einzelhandel vor Großprojekten auf der „grünen Wiese“, die dem innerstädtischen Einzelhandel Kaufkraft nehmen und so seine Existenz gefährden können.

Die landesplanerischen Regelungen dienen nicht der generellen Verhinderung großflächiger Einkaufsformen, sondern sollen gewährleisten, dass eine Steuerung im Hinblick auf geeignete integrierte Standorte, Größenordnungen, Sortimente und Verkaufsflächen sowie verträgliche Auswirkungen stattfindet.

Die Planungen für das FOC Werl haben im Vorfeld bei den Kommunen in der Region wegen der zu erwartenden Auswirkungen auf die eigenen Innenstädte zu erheblicher Unruhe und großen Befürchtungen geführt.

 
 

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