Regierungspräsident Gerd Bollermann geht in den Ruhestand

Gerd Bollermann kündigt seinen Abschied an. Ende August geht der Arnsberger Regierungspräsident in den Ruhestand. Mit 66 Jahren wird er mehr Zeit für sein Hobby haben.
Gerd Bollermann kündigt seinen Abschied an. Ende August geht der Arnsberger Regierungspräsident in den Ruhestand. Mit 66 Jahren wird er mehr Zeit für sein Hobby haben.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Der Arnsberger Regierungspräsident Gerd Bollermann geht in den Ruhestand. Mit 66 Jahren ist endgültig Schluss. Frühestens Ende August zieht sich der RP zurück.

Arnsberg. Er wird demnächst im Ruhestand mehr Zeit für seine große Leidenschaft Bergwandern haben. Womöglich auch im Land der tausend Berge, wo der Dortmunder seit fast fünf Jahren seinen Arbeitsplatz hatte. Als „Städter“ kritisch beäugt bei seinem Amtsantritt, hat der Arnsberger Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann schnell festen Boden unter die Füße bekommen. „Er hat ein Herz für Südwestfalen“, sagt Dr. Karl Schneider, Landrat des Hochsauerlandkreises.

Roter RP und schwarzer Landrat haben guten Draht

Der CDU-Politiker spricht von einem ehrlichen und verlässlichen Partner – und rühmt schmunzelnd dessen Kommunikationsfähigkeit: „Der rote Regierungspräsident und der schwarze Landrat haben sich immer gut verständigt.“ Zum Beispiel beim Strukturförderprogramm „Regionale“.

In einer Sitzung der Steuerungseinheit des Regionale-Prozesses, der Südwestfalen-Agentur, hat Bollermann am Dienstag angekündigt, in absehbarer Zeit - frühestens Ende August - in den Ruhestand zu gehen. „Er hat es als normalen Vorgang dargestellt, wenn man 66 Jahre alt ist“, sagt Altenas Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein (CDU). „Alle Jobs seien eben nur auf Zeit“, habe er sinngemäß mitgeteilt.

FinanzenDas Rathaus der Burgstadt hatte in den vergangenen Jahren intensiven Kontakt zur Bezirksregierung. Arnsberg drückte der klammen Kommune einen Sparkommissar auf. Vielleicht spricht Hollstein auch deshalb von einem „durchsetzungsstarken und sehr engagierten Regierungspräsidenten“. Dennoch: Er hätte es begrüßt, wenn Bollermann noch die zwei Jahre bis zur nächsten Landtagswahl in NRW drangehängt hätte.

Besagte Wahl hat bereits zu Spekulationen in Düsseldorf geführt, dass sich die Landesregierung bei der Nachfolgersuche schwer tun könnte. Welcher Kandidat setzt sich schon auf einen Schleudersitz, so heißt es, wenn er befürchten muss, nach einem möglichen Regierungswechsel wegen eines dann falschen Parteibuches aufs Abstellgleis befördert zu werden?

Spekulationen um Nachfolge – Wieder ein SPD-Mitglied?

Noch geistern keine Namen durch die stets gut informieren (Partei-)Kreise. „Es wird ein SPD-Mitglied werden“, glaubt Altenas Bürgermeister, „das sich auf gute Mitarbeiter in Arnsberg verlassen kann.“ Andreas Hollstein hofft auf eine Führungspersönlichkeit, die „nicht alle Dinge durch die Parteibrille sieht und Verständnis für die sehr unterschiedlichen Kommunen“ hat. Mit einem solchen Anforderungsprofil liegt er auf einer Welle mit HSK-Landrat Schneider: „Ich kann nur hoffen, dass der Neue mit offenen Augen für den ländlichen Raum kämpft - nicht nur für den städtischen Bereich.“

Gesucht wird also ein Wanderer zwischen den Welten, wie es der gebürtige Sauerländer Bollermann - geboren in Olsberg-Helmeringhausen - in den Augen so mancher Weggefährten war. Vor einem Jahr hätte der BVB-Fan bereits seine Aufgabe beenden können. Doch wichtige Aufgaben wie die von der Bezirksregierung landesweit organisierte Unterbringung von Flüchtlingen ließen ihn weiter machen. Nicht zuletzt wegen der Zustände in dem Asylbewerberheim in Burbach musste die Behörde zum Teil heftige Kritik einstecken.

Bollermann hat noch vollen Terminkalender

„Man kann von niemandem erwarten, dass er ein Amt auf unbegrenzte Zeit ausübt“, sagt Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung. Sein Chef will sich zum nahenden Ruhestand nicht öffentlich äußern. „Er wird bis zum letzten Arbeitstag ordentlich seinen Dienst tun“, so Söbbeler. „Sein Terminkalender ist noch randvoll.“

 
 

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