Raumkonzept ist noch nicht zementiert

## - Bild : Ted Jones WP Red. Arnsberg Neheim Sundern - ## Stadtratbesichtigung der Päparandie in Arnsberg
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Arnsberg.. 
In gemeinsamen Gesprächen eine Lösung für das Raumkonzept der Sauerschule am neuen Standort „Präparandie“ finden. Diese Marschroute hat der Bezirksausschuss nach seinem Votum für den Umzug vorgegeben (wir berichteten). Wichtig dabei ist dem Ausschuss die Einbeziehung der Schulkonferenz in alle weiteren Gestaltungspläne.

Zwar stand das Raumkonzept in der Sitzung nicht zur Debatte - Thema war allein der Standortwechsel von der Ehmsen- in die in Wurfweite entfernte Sauerstraße -, doch den Vertretern der Schulkonferenz brannte dieses Thema auf den Nägeln. Sehen sie doch in den schon im Vorfeld vorgestellten Gestaltungsvorschlägen nicht gerade große Chancen, das von ihnen favorisierte Schulkonzept mit jahrgangsübergreifendem Unterricht in Lerngruppen in gewohnter Qualität fortzusetzen. „Definitiv“, so Aribert Topp für die Schulkonferenz, „fehlen in den Plänen der Stadt mindestens zwei Räume. Schon dies allein wäre eine deutliche Verschlechterung.“

Kritik gab es auch am Verhalten der Stadt, die bei einer zweiten Überplanung des Konzeptes den eigens gegründeten Bauausschuss der Schule nicht einbezogen habe. „Unsere wichtigsten Punkte blieben unberücksichtigt.“ Unverständlich findet die Schulkonferenz z.B. den Verzicht in den Plänen auf u.a. einen Lernmittelraum für Sachunterricht und Mathematik sowie die Schulbücherei.

Schulkonferenz will aktiv mitgestalten

„Lesen ist uns wichtig. Deshalb sind wir eine Kooperation mit der Stadtbücherei eingegangen, die von Bürgermeister Vogel sehr gelobt worden ist“, sagte Kornelia Koch, Lehrerin und Mitglied der Schulkonferenz. Daher komme eine mögliche Unterbringung des Buch- und Medienbestandes im Keller der Präparandie eigentlich nicht in Frage. Ebenfalls in der Kritik die geplante Unterbringung von Schulleitung und Sekretariat im Dachgeschoss. Koch: „Diese Einrichtungen müssen dort sein, wo das Leben ist.“

Die Schulkonferenz möchte nun die Arbeit ihres Bauausschusses fortsetzen und über alle neuen Planungen und Ergebnisse von der Stadt zeitnah informiert werden. Mit dem Ziel einer gemeinsam getragenen Lösung. Aribert Topp: „Denn die Umsetzung darf nicht zu Lasten der Kinder ausfallen.“

„Alternative zum Umzug wäre Schließung“

Eine Forderung, die im Ausschuss auf offene Ohren stieß. Vorsitzende Marie-Theres Schennen (CDU) versprach daher vertrauensvolle Zusammenarbeit, um das Ziel im Konsens zu erreichen. „Schließlich ist beim Raumkonzept noch nichts zementiert. Wichtig ist zunächst, dass wir mit dem Umzug eine kleine, aber feine einzügige Schule erhalten. Das ist besser als gar keine Schule.“

An den Umzugsplänen der Stadt - im Vorfeld heftig diskutiert - gab es für den Ausschuss dagegen angesichts der demografischen Entwicklung mit immer weniger Kindern nichts zu rütteln. Bei nur einer Enthaltung fiel die Zustimmung deutlich aus. Weil dies den Bestand der Schule sichere.

„Die Alternative zu einem Umzug jetzt“, fasste Sascha Walenta für die Union zusammen, „wäre die komplette Schließung in einigen Jahren, da dann die bisherigen Räume der Sauerschule aus wirtschaftlichen Gründen völlig überdimensioniert wären.“ Es könne schließlich nicht sein, dass z.B. beim Storchennest als Freizeiteinrichtung besonders für Kinder und Jugendliche gespart werden müsse, aber eine sich in diesem Bereich ergebende Sparmöglichkeit durch Synergieeffekte nicht genutzt werde.

Blauäugig kalkuliert?

Denn: Zum einen könne die Sauerschule nun aus Mitteln des Konjunkturpaketes II (KP II) ein neues und passendes Gebäude erhalten, andererseits die Stadt durch Nutzung des bisherigen Schulgebäudes als „Haus der Bildung“ laufende Mieteinnahmen erzielen. Hier soll u.a. die Landesbehörde Lehrerseminar einziehen.

Die Verwaltung sieht dies als Glücksfall, denn wann könne man schon ein Schulgebäude vermieten. Auch der Umbau auf die Bedürfnisse des Seminars koste der Kommune keinen Cent, könnten die dafür erforderlichen rund 700 000 Euro doch komplett aus Mitteln des Konjunkturpaketes II finanziert werden. Der Umbau der Präparandie für das Lehrerseminar hätte dagegen 1,2 Mio. Euro verschlungen, die die Stadt hätte alleine stemmen müssen.

Für den Umbau der Präparandie für die nun anstehende schulische Nutzung hat die Stadt ein Budget von 795 000 Euro bereitgestellt. 675 000 Euro fließen aus dem KP II, 120 000 Euro aus dem „Aufwand“ - Mittel, die ohnehin für die Sanierung der Präparandie eingeplant waren. Allerdings wurde im Ausschuss dieser finanzieller Rahmen teils argwöhnisch betrachtet - als zu blauäugig kalkuliert. Dazu Walter Dolert vom Immobilienservice der Stadt: „Wir vertrauen auf die Kostenschätzung und gehen von guten Submissionsergebnissen aus.“

Das letzte Wort hat der Stadtrat am 30. Juni. Gibt es auch hier ein Ja, will die Stadt kurzfristig mit den Arbeiten beginnen.

 
 

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