Premiere begeistert Zuschauer in Herdringen

Premiere vor vollem Haus gelungen. „The Show must go on“ und die Freilichtbühne wurde für knapp drei Stunden zum „Broadway des Sauerlandes“.
Premiere vor vollem Haus gelungen. „The Show must go on“ und die Freilichtbühne wurde für knapp drei Stunden zum „Broadway des Sauerlandes“.
Foto: WP - Achim Benke
Gleich die erste Vorstellung des Broadway-Klassikers „Kiss me, Kate!“ an der Herdringer Freilichtbühne sorgte für volle Tribünen. Mit fetzigen Musikstücken und einem flotten Plott rund um den scheiternden Theater-Chef Fred Graham begeisterten die Schauspieler ihr Publikum.

Herdringen. Die Akteure der Freilichtbühne Herdringen freuen sich über eine gelungene Premiere des Stücks „Kiss me, Kate!“ - und das vor vollem Haus. Zu Beginn des Stücks war diesmal alles ein wenig anders als bei den früheren Aufführungen auf der Freilichtbühne.

Während die Zuschauer Platz nahmen, waren schon einige Schauspieler auf der Bühne und werkelten am Bühnenbild. Ein paar saßen gelangweilt herum, lösten Kreuzworträtsel, machten Brotzeit oder tanzten nach Musik, die sie sich über Kopfhörer anhörten. Doch dann hieß es „The Show must go on“ und die Freilichtbühne wurde für knapp drei Stunden zum „Broadway des Sauerlandes“. Denn das Musical „Kiss me, Kate!“ ist mit über tausend Aufführungen ein Klassiker am New Yorker Kultboulevard.

Bekannte Melodien

Die wohl bekanntesten Lieder sind „Wunderbar“, „Schlag nach bei Shakespeare“ und „Premierenfieber“. Mit diesem startete das Musical auf der Herdringer Bühne mit einem regen Treiben der Theaterangestellten und so genannten Kulissenschiebern.

Zum Stück: Regisseur Fred Graham (Georg Plümpe), Leiter der finanziell angeschlagen Theatergruppe, wollte endlich mit der musikalischen Fassung des Shakespeare-Klassikers „Der Widerspenstigen Zähmung“ einen großen Erfolg verbuchen und sich vor dem finanziellen Ruin retten. Seine Ex-Frau Lilli (Nicole Becker) spielt die Titelrolle der widerspenstigen Kate. Sie war der ehemalige Star der Truppe.

Fred selbst spielt den „Frauenzähmer“ Petrucchio. Mit auf der Bühne steht auch Freds neue Flamme Lois Lane (Isabo Köstens). Da Fred und Lilli sich immer noch lieben, kommt es zu manchen Eifersüchteleien. Das Fass zum Überlaufen bringt ein harmloser kleiner Blumenstrauß mit einem Liebesbrief. Der ist eigentlich für Lane bestimmt, aber er wird irrtümlich bei Lilli abgegeben. Wer glaubt, dass es das einzige Problem des geplagten Fred Graham ist, täuscht sich gewaltig.

Spielschulden bringen Ärger

Plötzlich tauchen zwei „zauberhafte“ Geldeintreiber (Thomas Lepping und Jan Bobrowski) auf, die auf amüsante Weise die Spielschulden von Fred kassieren wollen. Dies hatte ihm Bill (Nils Nölke), ein Mitglied der Theatergruppe, eingebrockt. Doch Fred nutzt die beiden Gangster und macht aus seinem Nachteil einen Vorteil für seine Aufführung. Aber die Regie für das Theaterstück entgleitet langsam aus seinen Händen, da seine eifersüchtige Lilli ihre Rolle als Kate in einer nicht geahnten hysterischen und widerspenstigen Höchstform spielt.

Es fliegen Blumentöpfe und Hocker durch die Luft und Besen sowie Fußtritte finden so manches männliche Körperteil. Der plötzliche Besuch von General Harrison, Lillis Verlobten aus Amerika, beruhigt sie ein wenig. Er soll die Theatergruppe mit einer finanziellen Spritze aus den roten Zahlen holen. Ob es ein Happy End zwischen Fred und Lilli oder mit dem General gibt, sollte ein Besuch des humorvoll gespielten Musicals offenbaren.

Zur Produktion: Das Stück wird als Musical aufgeführt. Tim Erlmann hat wieder die musikalische Leitung übernommen. Regisseurin und Choreographin Patricia Hoffmann hat es geschafft, in beeindruckender Weise Tanz, Schauspiel und Choreographie auf der Bühne zu verknüpfen und das verborgenen Können aus den 50 Darstellern herausgekitzelt. Die Zuschauer bedankten sich mit Beifall schon während des Aufführung und zum Abschluss mit stehenden Ovationen.

 
 

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