Nicht mehr viele Stolperstein-Stellen

Vor fünf Jahren wurden in Arnsberg bereits 22 Stolpersteine verlegt.
Vor fünf Jahren wurden in Arnsberg bereits 22 Stolpersteine verlegt.
Foto: WP

Arnsberg..  In der Stadt Arnsberg sollen weitere Stolpersteine zum Gedenken an die jüdischen Opfer des Holocaust gesetzt werden. Auf Initiative der SPD war dieses Thema auf die Tagesordnung des Ausschusses für Kultur, Weiterbildung und Sport gesetzt worden. Alle Parteien stimmen zu - abgesehen von der Alternative für Deutschland.

Die hatte kurz vor der Sitzung einen Antrag eingereicht und die Einstellung des Stolperstein-Projektes gefordert. Argumentiert wurde mit Bedenken, die auch Charlotte Knobloch als einstige Vorsitzende des Deutschen Zentralrats der Juden vorführte. Sie beklagte, dass Opfer so erneut mit Füßen getreten werden würden. Der AfD wurde im Ausschuss unterstellt, dass sie mit ihrem Antrag andere Ziele verfolge und das Projekt aus anderer Motivation ablehne.

22 Gedenkpunkte in Arnsberg

„Es ist richtig, dass Knoblochs Kritik von einigen geteilt wird“, sagt die SPD. Daher habe München im Gegensatz zu mehr als 1000 anderen deutschen Städten auf Stolpersteine als Mittel der Erinnerungskultur an die Holocaust-Opfer verzichtet.

In Arnsberg wurden im Jahr 2010 durch den Künstler Gunter Demnig bereits 22 Stolpersteine verlegt. „Wir haben noch Geldmittel für weitere acht Steine“, so Stadtarchivar Michael Gosmann. Die mit einer kleinen beschrifteten Messingplatte versehenen Stolpersteine werden nach den Vorgaben des Künstlers stets auf Gehwegen und im öffentlichen Raum am letzten freiwilligen Wohnort des Opfer verlegt.

Ein Stein kostet 120 Euro. Maximal sieht Gosmann derzeit noch Potenzial für insgesamt noch 15 zu verlegende Steine. „Für mehr wird es kaum möglich sein, noch die Adressen herauszufinden“, sagt er. In der Vergangenheit sei die Geschichte von 154 jüdischen Arnsberger Opfern des NS-Terrors schon sehr akribisch recherchiert worden.

Als kaum machbar schätzt Gosmann auch ein, das Stolperstein-Projekt auf andere Holocaust-Opfer wie Sinti, Roma oder Homosexuelle auszuweiten. Hier gäbe es kaum Rechercheansätze. „Hier Wohnorte auszumachen, wäre in keiner Stadt möglich“, sagt Gosmann.

 
 

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