Neheimer Realschüler kämpfen für ihre Schule

Neheimer Realschüler protestierten vor dem Alten Rathaus in Alt-Arnsberg, wo die Ratssitzung  stattfand.
Neheimer Realschüler protestierten vor dem Alten Rathaus in Alt-Arnsberg, wo die Ratssitzung stattfand.
Foto: WP

Neheim.  Mehr als 100 Neheimer Realschüler demonstrierten am Mittwochabend zusammen mit einigen Eltern für den Erhalt der Neheimer Realschule. In Sprechchören erteilten sie der in Neheim geplanten Sekundarschule eine unüberhörbare Absage.

Schüler und Eltern versammelten sich vor dem Alten Rathaus in Alt-Arnsberg, wo sich die Kommunalpolitiker zur Ratssitzung eingefunden hatten. Ein Tagesordnungspunkt war der Beschluss über das Verfahren zur möglichen Errichtung von Sekundarschulen in Neheim und Alt-Arnsberg.

Für unfair gegenüber der Realschule Neheim hielten Schüler und Eltern dieses Verfahren, das im Februar 2013 ein vorgezogenes Anmeldeverfahren für die beiden geplanten Sekundarschulen und die Realschule Hüsten vorsieht. Die Demonstranten forderten ein zeitgleich terminiertes Anmeldeverfahren im Februar oder März 2013, an dem die bestehenden weiterführenden Schulen (einschließlich Realschule Neheim) und die Sekundarschulen zur Auswahl stehen.

Die Realschüler hatten viele Plakate gemalt, auf denen unter anderem stand: „Unsere Realschule muss bleiben!“ - Sekundarschule - nein danke!“ „Wir sind gegen lange Busfahrten!“ Die Schüler machten ihrem Protest gegen das „Auslaufmodell Realschule Neheim“ auch lautstark Luft. So stand der Neheimer Realschüler Alex Ritter am Megafon und rief seinen Mitschülern zu: „Was wollt ihr?“ - Die Menge skandierte: „Realschule!“ Was wollt Ihr nicht?“ „Sekundarschule!“

An diesen Sprechchören gingen manche Ratsmitglieder allerdings einfach vorbei. Sie sprachen die Schüler nicht an. Hinter den Fenstern des Rittersaals schauten sich einige Ratsherren aber den Protest auf dem Alten Markt an. Bürgermeister Vogel ging allerdings auf Alex Ritter zu und gab ihm seine Telefonnummer, um einen Gesprächstermin im Rathaus zu vereinbaren. Dann ging Vogel in die Ratssitzung, wo eine etwa zehnköpfige Schülerdelegation Platz genommen hatte.

Als der Tagesordnungspunkt „Errichtung von Sekundarschulen“ aufgerufen wurde, äußerte sich außer Bürgermeister Vogel kein Ratsmitglied zu den Protesten draußen auf der Straße. Vogel verwies auf sein Gesprächsangebot an die Schüler und sagte: „Letztlich werden die Eltern im Februar 2013 entscheiden, ob es Sekundarschulen gibt oder nicht.“ Bis dahin werden die Realschüler und Eltern aber keine Ruhe geben. Mehrere Hundert Unterschriften wurden schon gesammelt - und die Aktion geht weiter. Im Januar soll es eine Demo in Neheim geben.

Am Mittwochabend blieb der Protest der Neheimer Realschüler wirkungslos. Die Politiker votierten einstimmig für das Verfahren zur möglichen Einführung der Sekundarschule. Die Entscheidung liege im Februar bei den Eltern, so Bürgermeister Vogel.

 
 

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