Moderne Kunst im alten Kloster

Claus-Jürgen Schroth
Claus-Jürgen Schroth
Foto: WR
Die größte jemals in Arnsberg gezeigte Ausstellung von Gegenwartskunst öffnet am Sonntag im ehemaligen Kloster Wedinghausen ihre Pforten.

Arnsberg.. Es ist ihm ein ganz, ganz besonderes Vergnügen, einen Teil seiner grandiosen Sammlung von Gegenwartskunst in seiner Geburtsstadt und der Stadt seines unternehmerischen Wirkens präsentieren zu können. Und wenn dann noch die alten Räume des Westflügels vom ehemaligen Kloster eine Symbiose mit den geometrischen Formen der ausgesuchten Werke zeitgenössischer Kunst eingehen, dann strahlt der 65-jährige Claus-Jürgen Schroth. Er fühlt sich sichtlich wohl im „Museum Wedinghausen“.

Ort bringt Respekt

„Der Ort bringt ein Stück Respekt für die Kunst“, schwärmt auch Bürgermeister Hans-Josef Vogel nach einem ersten Rundgang und ergänzt: „Es ist wohl die größte jemals gezeigte Ausstellung von Gegenwartskunst in dieser Stadt“. Er sei beeindruckt. Und auch Vogel war anfangs gespannt, ob es gelinge, am Ort des gedruckten Wortes den Geist hinter den Präsentationen zu entdecken. Sein Resümee: Der Dialog gelingt. Vogel zeigt sich restlos begeistert von Werken der Künstlern wie Jan Van Munster, Brent Birnbaum, Stefana McClure, Bosse Sudenberg, Julieta Aranda, Spencer Finch, Frank Gerritz, Beat Zoderer, um nur einige zu nennen.

Künstler, die, wenn sie nicht gerade im Kloster Wedinghausen, auch schon mal im MoMa oder im Metropolitan Museum of Art in New York ausstellen. Und Dank des großen Einsatzes des ehemaligen Arnsberger Unternehmers kommen nun auch die Arnsberger in den Genuss, postminimalistische und neokonzeptuelle Positionen bewundern zu können.

Private Sammlung

Heute lebt Carl -Jürgen Schroth in Soest und glaubt man dem neuesten „BMW-Art-Guide“, dann besitzt der Ex-Unternehmer aus Neheim (Herstellung von Spezialgurte) eine der 150 angesehensten privaten Sammlungen weltweit.

Ab dem 3. Juni präsentiert der 65-jährige Mäzen 42 Arbeiten aus seinem rund 160 Werke umfassenden „Schatz“ in den alten Gemäuern des ehemaligen Klosters Wedinghausen. Carl-Jürgen Schroth, mehrheitlicher Gesellschafter der Schroth-Gruppe, hatte im Jahr 2006 sein Unternehmen an die Armor Holdings Inc. verkauft, dann noch drei Jahre in der Firma gearbeitet, um sich mit 62 Jahren ganz der Kunst zu widmen. In Soest hat er die alte Marienschule zum Wohnraum und privaten Museum umgestaltet.

Hinterfragen des Sehens

Was sehe ich wirklich? Es ist das Hinterfragen des eigentlichen Sehprozesses, das ein Großteil der in Wedinghausen ausgestellten Exponate auslöst. Da sind die Zeichen der Währungen von Bosse Sudenberg (Foto Mitte). Ein Aufbruch in einer Zeit, wo die Währungen unter Druck stehen. Ein Yes zu Yen, Euro und Dollar.

Da ist aber auch das vermeintlich weiße Bild von Spencer Finch, das zu philosophischer Betrachtung führt, wenn man den Entstehungsprozess erfährt. Beim Schneefall 2008 in Brooklyn ließ der Künstler 17 Flocken auf den Untergrund fallen. Welche Veränderungen hat der Schnee ausgelöst? Ist der chemische Prozess zu erkennen? Der Katalog spricht hier von der Umsetzung hintergründigen Humors. Jedes Bild der Ausstellung erzeugt Spannung, jede Präsentation regt dazu an, den Geist dahinter zu entdecken. Eine Art „Information“, die zum diesjährigen Kunstsommer-Motto „Kommunikation“ hervorragend passt.Fazit: Absolut sehenswert.

 
 

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