Mit viel Muskelkraft Gartenhäuschen in Arnsberg bewegt

Wolfgang Becker
Aufstellung des Gartenhäuschens
Aufstellung des Gartenhäuschens
Foto: WP
Der 2. Bauabschnitt der Bürgergärten in der Twiete ist seit einigen Wochen fertig gestellt und wurde am Sonntagnachmittag mit einem großen Fest offiziell eröffnet. Höhepunkt war der Umzug des dritten Gartenhauses vom Lichthaus im Klosterhof Wedinghausen über den Neumarkt in die Bürgergärten.

Arnsberg. Erst vor zwei Jahren war das Häuschen in einem Privatgarten unweit des Twiete-Kindergartens entdeckt worden. „Es stand da wie im Dornröschenschlaf“, erinnert sich Fördervereins-Vorsitzender Uwe Schmidtke. Nach Genehmigung durch die Stadt und mit Absprache der Eigentümer wurde das Häuschen abgebaut und im Landsberger Hof zwischengelagert. Mitarbeiter der Neuen Arbeit Arnsberg (NAA) reinigten die Holzteile und die Schreinerei Dünschede nahm anschließend die kostenlose Restaurierung vor. In den kommenden Wochen soll das historische Gartenhaus mit alten Materialien ausgefacht werden.

Geplanter Anhänger war zu klein

Zurück zum Einweihungsfest: Noch am Samstag hatte Uwe Schmidtke ein Problem. Der Anhänger, der das Gartenhaus von der Propsteikirche in die Twiete transportieren sollte, erwies sich als zu klein. Denn 500 Kilogramm über das holperige Pflaster der Klosterstraße zu bewegen ist nicht so ganz einfach. Viele Telefonate musste der Vorsitzende mit Privatleuten und Hilfsorganisationen führen, bis endlich die erlösende Nachricht kam: Wir haben ein passendes Gefährt! Im Klosterhof hatten sich am Sonntagnachmittag viele Gäste eingefunden, um den Transport zu begleiten. Neun Jungs der 1. und 2. Handballmannschaft des TV Arnsberg legten sich zusammen mit Uwe Kramer mächtig ins Zeug, um das Holzhaus in Richtung Anhänger zu bugsieren. Für flüssige Stärkung sorgten Klaus Frigger und Ronald Griebat mit dem nostalgischen Bierwagen der Firma Korte, Opel Blitz, Baujahr 1953. In Begleitung des Blasorchesters der Arnsberger Bürgerschützen ging es mit Polizei-Eskorte Richtung Neumarkt und von dort zum Mariengymnasium. Die letzten Meter war noch mal die Muskelkraft der Handballer gefragt, ein Ruck und das Gartenhaus stand auf dem Betonsockel. Leider falsch herum. „Ihr müsst noch mal drehen“, spornte Uwe Schmidtke die Jungs zum letzten Kraftakt an.

Sven Meißner hielt den Richtspruch, wenn auch ohne Glas und Schnaps. Auch die drei an der Königstraße wohnenden Schulschwestern beobachteten das Geschehen, hatte doch Anfang des vorigen Jahrhunderts in unmittelbarer Nähe ein ähnliches Gartenhaus auf dem Gelände des Mariengymnasiums gestanden. Bürgermeister Vogel eröffnete dann offiziell den 2. Abschnitt der Bürgergärten. „Wir haben hier etwas geschaffen, das direkt am Ruhrtalradweg den klassizistischen Gedanken aufzeigt. Dies ist eine gelungene Anlage für Bürger, Gäste und Radler“. Vogel dankte den vielen Akteuren aus Vereinen, Verwaltung und privaten Helfern: „Sie haben ein Schmuckstück für den Stadtteil Arnsberg geschaffen“.

Nach dem offiziellen Teil traten in einem spannenden Bouleturnier die Handballer gegen den Seniorenbeirat an, das Spiel entschieden die TVA-Sportler mit einem „knappen positiven Unentschieden“ für sich. Damit das neue Gartenhäuschen in altem Glanz erstrahlen kann, sucht der Förderverein Bürgergärten noch Helfer. Kontakt per E-Mail unter schmidtke@servicepool-computer.de