Mit Ortshandel in die digitale Welt

Achim Gieseke
Online informieren, offline beraten
Online informieren, offline beraten
Foto: WP
Mit dem Pilotprojekt „Digitale Bonuskarte/Digitales Schaufenster“ nimmt die Werbegemeinschaft „Wir in Arnsberg“ eine bundesweite Vorreiterrolle ein.

Arnsberg.  Die Werbegemeinschaft „Wir in Arnsberg“ (WiA) will einen Beitrag leisten, die Stadt - hier den Handel - in eine erfolgreiche Zukunft zu führen: Samstag läuft in Zusammenarbeit mit dem Münchner Start up-Unternehmen „F & R Innovations“ im Ortsteil Arnsberg das bislang in dieser Kombination bundesweit einmalige Pilotprojekt „Digitale Bonuskarte/Digitales Schaufenster“ an, das die Menschen enger an ihre Geschäfte vor Ort binden und den hiesigen Handel in der digitalen Welt etablieren soll. Der Testlauf ist auf ein Jahr befristet. Stimmt die Resonanz, soll durchgestartet werden.

„Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung müssen wir jetzt Arnsberg auch in dieser Sache weiterentwickeln und im örtlichen Handel das Bewusstsein schaffen, dass dies unbedingt erforderlich ist,“ fasst WiA-Vorsitzender Tarek Jumah die Intention zusammen. Schließlich würde dies auch von den potenziellen Kunden so gewünscht, wie aus neuen Forschungen hervorgehe. „Außerdem kann man sich dieser Entwicklung nicht verschließen, weil man sonst den Anschluss an die digitale Welt schnell verpasst. Und das darf nicht passieren.“ Deshalb müsse man sehen, so Jumah, „dass der Handel in Arnsberg nach und nach dort ankommt“, wo künftig die Musik spiele: in der digitalen Szene. Das aber verbunden mit guter Beratung vor Ort.

Um dieses Ziel sicher zu erreichen, legt WiA nun in Zusammenarbeit mit dem Münchner Start- up-Unternehmen „F & R Innovations“ das Projekt auf, dass es in dieser Kombination und Größe bisher noch nicht gebe. Zwar laufe derzeit in der bayrischen Landeshauptstadt etwas Ähnliches, aber nur mit drei Geschäften. „Und das kann man nicht vergleichen.“ Damit nehme Arnsberg eine Vorreiterrolle ein. Gleichwohl aber, sagt der WiA-Vorsitzende, müsse man beide Welten bedienen. Nach dem Motto: „Online informieren, offline beraten lassen und kaufen.“

Über den Stadtteil hinaus denken

Start des Projektes ist der kommende Samstag, 11. Juni. Mit dabei 16 Mitgliedsgeschäfte, deren Inhaber bereits entsprechend geschult wurden. „Ist die Resonanz der Kunden gut, stehen nach Ablauf des ersten Jahres schon jetzt 15 bis 20 weitere Betriebe zum Einstieg bereit.“ Man habe aber für die Pilotphase ganz bewusst die Teilnehmerzahl reduziert. „Denn ein Start sofort auf großer Ebene macht keinen Sinn.“ Schließlich müsse man immer mit Kinderkrankheiten rechnen.

„Wir in Arnsberg“ denkt auch schon über die Stadtteilgrenzen hinaus: „Selbstverständlich werden wir bei Erfolg des Pilotprojektes den anderen Werbegemeinschaften in der Stadt in dieser Sache unsere Hilfe anbieten und sie beraten.“ Denn eine letztlich „möglichst breite Beteiligung wäre für das gesamtstädtische Marketing eine super Sache“.

So funktioniert die Sache

Aber wie funktioniert die „Digitale Bonuskarte“ bzw. das „Digitale Schaufenster“? Ganz einfach:

Der Kunde erhält einen Anhänger mit Chip, auf dem er beim Einkauf Bonuspunkte sammeln kann, deren Wert jeder Händler selbst festlegt. Insgesamt sind damit - bei 16 teilnehmenden Geschäften - 16 Karten auf dem Chip. Ist eine Karte „voll“, kann diese gegen eine Prämie oder Rabatte beim jeweiligen Händler eingetauscht werden. Vorteil: Die Karte kann in der Familie weitergegeben werden und man muss sich nicht registrieren lassen. Damit sind z.B. Spammails ausgeschlossen. Zudem kann man sich mit einer Code-Nummer auf der Homepage bonuskarte-arnsberg.de anmelden und hat so den kompletten Überblick über die Bonus-Konten und zugleich über die von den Händlern eingestellten Angebote. Auch ein Newsletter kann abonniert werden.

Damit verbunden ist das auf Smartphones ausgelegte „Digitale Schaufenster“: Ein QR-Code bzw. NFC-Aufkleber an Schaufenster/Tür lässt direkt alle Angebote des jeweiligen Geschäfts auf dem Bildschirm aufploppen. Zudem ermöglicht dieses System die Suche nach ähnlichen Geschäften im Umkreis. Wichtig: Ware bestellt werden kann nicht, denn das System setzt weiterhin auf direkte Beratung im Geschäft. Und damit auf den wichtigen Kontakt Kunde - Händler.

Alle teilnehmenden Geschäfte sind an einem rot-weißen Aufkleber sofort zu erkennen. Die Bonuskarten (Chips) sind ab Samstag, 11. Juni, in den teilnehmenden Geschäften und in der Sparkasse Arnsberg-Sundern als Sponsor zu erhalten und werden an diesem Tag auch erst frei geschaltet. Zunächst wurden 1000 Chips aufgelegt. Interessierte müssen also schnell sein.