Kräuter-Fee erntet die Kraft der Natur

Katrin Honisch
Katrin Honisch
Foto: Ted Jones/WP

Bergheim.  Ostern läutet sie ein - die Zeit des Erwachens. Bald werden im Wald und auf den Wiesen die Kräuter wieder sprießen. Das ist die Zeit für die Bergheimerin Katrin Honisch. Sie ist seit ein paar Jahren Heil- und Wildkräuterpädagogin und Heilpflanzenexpertin. „Es ist schön in der Natur Dinge zu sehen und wahrzunehmen, die andere Menschen nicht sehen“, freut sich Honisch.

Schon als kleines Kind streifte sie durch die Wälder um Voßwinkel, sammelte damals noch nicht so viele Gräser und Kräuter, es waren eher Insekten und Würmer. „Meine Mutter Sieglinde war richtungsweisend für meinen jetzigen Blick für die Natur in unserem schönen Sauerland und Arnsberger Wald. Hier gibt es so viele Heil- und Wildkräuter“, betont die Heilpflanzenexpertin. Sie wollte in ihrem stressigen Alltag und Berufsleben etwas haben, bei dem sie abschalten kann. „Da habe ich meine Leidenschaft, die Natur mit ihrer Schönheit wieder gefunden. So konnte ich mich erden“, meint Honisch.

Es gibt so viele heimische Heil- und Waldkräuter, die gegen Husten, Durchfall, Blasenentzündung, Haut und Erkältung helfen. „Ich betone, dass es nur unterstützende Anwendungen sind. Es ersetzt nicht die ärztlichen Anordnungen“, weist sie hin. Vom Frühjahr bis in den Herbst hinein ist sie im Wald und auf den Wiese unterwegs. „Das wichtigste ist, dass man nur so viel pflückt oder zupft wie man auch wirklich benötigt“, mahnt sie, „was nützt es uns, wenn wir alles abernten“. Denn im Frühling benötigt man vielleicht nur die Blätter und im Sommer die Blüten.

Am 24. Juni haben die meisten Kräuter ihre richtige Kraft, dem Johannistag, Aus Johanniskraut und Olivenöl macht sie ihr „Rotöl“ oder auch „Johanneskrautöl“ genannt. Es wird innerlich angewendet und soll gegen Bauchweh wirken und könne auch äußerlich auf der Haut angewendet werden - bei Verletzungen oder Verbrennungen.

Die Kräuter-Fee aber warnt: „Achtung, auch bei Kräutern, wie bei Pilzen, gibt es giftige und nicht giftige.“ Diese unterscheiden sich nur in kleinen Details, die der Laie meist nicht erkennt. Waldmeister ist in unseren Wäldern sehr weit verbreitet. „Man findet ihn nicht überall. Den setze ich auch an, als Aufgesetzten. Er ist bei Jägern sehr beliebt“, grinst Honisch.

Kamillen-Balsam ist der Renner

Der Renner aber ist der Kamillen-Lippenbalsam. Denn sie macht nicht nur Tinkturen und Tees, sondern auch Salben. Momentan ist die Zeit der getrockneten Lindenblüten. Erkältungskrankheiten haben Hochkonjunktur. Ihr „Engelwurz“ findet bei Magen- und Darmproblemchen ihren Einsatz. Das Öl des Doldenblütlers ist auch Bestandteil in Kräuterlikören. „Bei meinen Freundinnen ist das Brennnessel-Haarwasser sehr beliebt. Es wird in die Kopfhaut einmassiert und kräftigt die Haarstruktur“, schwärmt die Bergheimerin.

Besonderes Augenmerk legt Katrin Honisch aber auf ihre Kräuterführungen. Sie sind ganz individuell und die Teilnehmer können bestimmen, wo die Führung stattfindet. Grundschulklassen führt sie durch „Kräuter und Wildes“. Am Ende der Führung werden die gefundenen Kräuter verarbeitet.

 
 

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