Keine Radautobahn von Arnsberg durchs Sauerland nach Hagen

Von Duisburg bis Hamm: Im Jahr 2020 soll der Radschnellweg Ruhr komplett zur Verfügung stehen.
Von Duisburg bis Hamm: Im Jahr 2020 soll der Radschnellweg Ruhr komplett zur Verfügung stehen.
Foto: Ralf Rottmann/ WAZ FotoPool
Neben dem Radschnellweg Ruhr sollen in NRW weitere Radautobahnen entstehen. Die Landesregierung hat jetzt fünf Konzepte ausgewählt, deren Planung gefördert wird. Den Zuschlag bekam unter anderem Düsseldorf. Ein Radschnellweg von Arnsberg durch das Sauerland nach Hagen wird nicht in Angriff genommen.

Düsseldorf. Nordrhein-Westfalen soll gut ausgebaute Schnellwege für Radfahrer erhalten. Mit finanzieller Unterstützung des Landes sollen in den kommenden Jahren fünf Konzepte für solche Routen mit einer Gesamtlänge von 150 Kilometern auf die Machbarkeit überprüft und geplant werden, wie die Staatskanzlei am Mittwoch in Düsseldorf berichtete.

Mit ihren Skizzen für die Schnellrouten für Fahrradpendler setzten sich die Städte Aachen, Bad Oeynhausen, Düsseldorf, Köln und Rhede in einem landesweiten Wettbewerb durch.

Radschnellwege sollen meist zweispurig sein

Die geplanten Radschnellwege sollen fast komplett ohne Kreuzungen gebaut werden. Sie sind beleuchtet, mindestens zweispurig, und es gibt einen Winterdienst bei Eis und Schnee. Für die fünf Gewinnerprojekte im Wettbewerb fördert das Land eine Machbarkeitsstudie und anschließend die weitere Vor- und Ausführungsplanung. Groschek kündigte für die kommenden fünf Jahre einen „Quantensprung“ beim NRW-Radverkehr an. Die geschätzten Baukosten liegen bei rund 100 Millionen Euro.

Scharfe Kritik kommt von der CDU: Radschnellwege könne sich das Land nicht leisten, teilte Henning Rehbaum, fahrradpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion am Mittwoch mit. "In Zeiten knapper Landeskassen müssen wir das wenige Geld für den Bau und Erhalt von Landesstraßen, Brücken sowie des herkömmlichen Radwegenetzes einsetzen und nicht für neue Radschnellwege."

Großes Potenzial für Radschnellwege im Ruhrgebiet

Im Ruhrgebiet mit seinen 1,1 Millionen Pendlern am Tag und ähnlich verkehrsträchtigen Ballungsgebieten hätten Radschnellwege besonders großes Potenzial für den Alltagsverkehr, so Ministeriumsmitarbeiter London. Auf Strecken, auf denen weniger als 2000 Menschen täglich unterwegs seien, reiche das bestehende Netz dagegen aus.

So ist es wenig verwunderlich, dass etwa die Stadt Iserlohn mit ihrem Vorschlag für einen Radschnellweg von Arnsberg nach Hagen durch das Sauerland bei der Planungsförderung leer ausging. (dpa/goe)

 
 

EURE FAVORITEN