Karnevalistisches Lästern ist erlaubt

Achim Benke ist der Neheimer Bacchus.
Achim Benke ist der Neheimer Bacchus.
Foto: WP
Der Neheimer Bacchus schaut der Stadtpolitik aufs Maul: Achim Benke ist stolz bei der Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß Neheim diese Rolle einnehmen zu dürfen.

Neheim..  Es ist der Höhepunkt des Neheimer Karnevals: Am Samstagabend steigt die Prunksitzung der Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß Neheim im Kaiserhaus. Auf der Bühne stehen wird auch Achim Benke. Der 59-jährige ehemalige Berufssoldat ist seit rund 15 Monaten der „Bacchus“ und damit ein wichtiger Repräsentant des Neheimer Karnevals.

Frage: Wie hat der Bacchus zum Karneval gefunden?

Achim Benke: Vor sieben Jahren haben meine Frau Dorothea und ich der KG Blau-Weiß Neheim bei der Festschrift geholfen. Danach hatten wir die Pappnase auf. Zwei Jahre später kam das Männerballett „Möppelboys“ hinzu und am 11. November 2013 der Bacchus.

Was macht für dich den Neheimer Karneval aus?

Jede Karnevalsfeier einer Karnevalsgesellschaft hat ihren eigenen Charakter. Wir in Neheim bieten ein Programm auf der Bühne, was schon einer klassischen Prunksitzung entspricht. Aber mit modernen Elementen. Der Kinderkarneval ist immer der Renner. Die kleinen Prunksitzungen von uns in den Altenpflegezentren sowie der Caritas-Schule gehören auch dazu. Hinzu kommt die Zeltparty am Rosenmontag. Die wird aber nicht von uns organisiert.

Was bedeutet es dir, der Bacchus zu sein?

Den Job habe ich eine Woche vor dem 11. November 2013 übernommen. Unser Alt-Bacchus konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht auftreten. Da hat Gertrud Franke mich gefragt. Es ist für mich schon was besonders, als Bacchus aufzutreten, wenn man die Session eröffnen und beenden darf. Es macht Spaß - trotz Lampenfieber.

Zu deinen Aufgaben gehört es, das Arnsberger Zeitgeschehen aufs Korn zu nehmen. Wie suchst du deine Themen aus?

Ich verfolge brisante Themen in der heimischen Zeitung. Dann nehme ich die Neujahrsrede unseres Bürgermeisters unter die Lupe. Daraus ziehe ich ein paar Schlagworte und dann vermische ich Themen und die Bürgermeister-Hotspot-Worte. Die Rede schreibe ich erst am Tag der Prunksitzung. Vorher fehlen mir die Worte.

Was sind Tabus für den Bacchus?

Respektlosigkeit und Beleidigungen. Karnevalistisches Lästern ist aber erlaubt.

Was bringt den Bacchus zum Lachen?

Komödianten wie Paul Panzer, Sascha Grammel, Dieter Nuhr und Michl Müller „Dregg-Sagg“ aus dem Frankenland.

Was macht ihn traurig?

Wenn Vereinsverantwortliche sagen: Das haben wir schon früher so gemacht, das machen wir auch weiter so. Dass es immer noch Vereine gibt, die wegen Eitelkeiten nicht mit anderen Vereinen zusammenarbeiten wollen.

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