Kapelle wird wieder aufgebaut

Die Schönstatt-Kapelle bei Gut Wintrop wird auf der Bodenplatte der abgebrannten Vorgängerin neu errichtet.
Die Schönstatt-Kapelle bei Gut Wintrop wird auf der Bodenplatte der abgebrannten Vorgängerin neu errichtet.
Foto: WP Ted Jones

Arnsberg.  Alles in trockenen Tüchern, die Baugenehmigung liegt vor: Die am 12. Mai durch Brandstiftung vernichtete Schönstatt-Kapelle bei Gut Wintrop wird wieder aufgebaut. Allerdings ist für den 2. Bauabschnitt noch finanzielle Unterstützung nötig. Der 1. Bauabschnitt dagegen läuft bereits in wenigen Wochen an und soll vor Wintereinbruch beendet werden.

Großes Entsetzen herrschte nach dem Brand bei den Mitgliedern der kath. Schönstatt-Familie Arnsberg. Zunächst. „Denn jeder, den wir trafen, sagte sofort: ,Die Kapelle muss wieder aufgebaut werden’,“ erinnerte sich Schönstatt-Vorstandsmitglied Maria Hosters. „Und das hat uns Mut gemacht, jetzt diesen Schritt zu wagen.“ Zumal sich nicht nur christlich orientierte MitbürgerInnen dafür stark gemacht hätten, sondern viele andere Menschen, „denen die Kapelle ein wichtiger Ort der Besinnung war“.

Große spontane Unterstützung

Und es gab auch schnell spontane Unterstützung. So meldete sich der Arnsberger Architekt Hans Bierbaum und bot seine Hilfe an. „Er hat die erforderlichen Zeichnungen angefertigt, die Baugenehmigung beantragt und nun auch die Bauleitung übernommen. Alles völlig unentgeltlich,“ freut sich Maria Hosters.

Mit im stabilen Boot der Unterstützer sitzen bislang u.a. Handwerkskammer-Präsident Willy Hesse, der Arnsberger Heimatbund, Propst Hubertus Böttcher und Unternehmer Sascha Wiesehöfer, der - ebenfalls kostenlos - innerhalb der kommenden 14 Tage die traurigen Überreste der 1946 eingeweihten Kapelle entsorgen wird. „Sobald abgeräumt ist, geht es mit den Aufbauarbeiten los.“

Insgesamt sind für das Projekt zwischen 30.000 und 35.000 Euro veranschlagt, davon entfallen ca. 12.000 Euro auf den 1. Bauabschnitt. Das Geld stammt aus Spenden, die in der Schönstatt-Familie und der Propsteigemeinde eingegangen sind. Vor und nach dem Brand. Auch der Heimatbund habe einen Zuschuss gegeben.

Der Wiederaufbau erfolgt auf den Grundmauern der alten Kapelle zunächst mit dem hölzernen Gerippe, das dann im zweiten Abschnitt aufgemauert und bedacht werden soll. Dieses Grundgerüst wird nach der Fertigstellung winterfest gemacht, damit im Frühjahr die weiteren Arbeiten unmittelbar anschließen können.

Spenden dringend erforderlich

„Allerdings,“ räumt Hosters ein, „sind wir mit Ende des ersten Bauabschnitts Pleite.“ In anderen Worten: Es werden weitere Spenden und Unterstützung benötigt. „Und darauf hoffen wir, weil der Wiederaufbau ein Projekt aller Arnsberger sein soll. Denn die Kapelle wurde auch mit für die Stadt Arnsberg geweiht. Zu deren Segen.“

Ziel der Schönstatt-Familie und der ehrenamtlich involvierten Unternehmen bzw. Personen ist die Fertigstellung der neuen Kapelle zum 31. Mai 2015. Für die Schönstätter ein historisches Datum: „Denn am 31. Mai 1943 wurde hier die an der ehemaligen 13. Station des alten Arnsberger Kreuzweges vorhandene Schönstatt-Gottesmutter auch zum Schutze Arnsbergs gekrönt.“

Während das Feuer am 12. Mai Kapelle, Einrichtung und das ausliegende Gästebuch vernichtete, fehlt seit diesem Tag von der Statue des Hl. Michael jede Spur. „Wir haben deshalb die Hoffnung, dass wir die Skulptur eines Tages zurückbekommen.“ Möglicherweise, so Maria Hosters, habe sie ja der Täter irgendwo deponiert.

Info

Brandfolge: Das Glöckchen der Kapelle trug einen Riss davon.

Die um 1500 in einer Soester Glockengießerei gegossene Glocke ist von besonderem historischen Wert.

Sie ist ein der letzten beiden noch vorhandenen Glocken aus der Soester Gießerei.

Die Reparatur würde weitere 4 000 Euro erfordern.

Ursprung der Kapelle war ein kleiner Bildstock, den als Dank für das Kriegsende eine Gruppe junger Schönstatt-Mädchen zur Marienkapelle erweiterte.

Erster Spatenstich war am 14. Mai 1945.

Info bei Gabriele Thießen (ab 18 Uhr): 02931-16881.

 
 

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