Kampf gegen totales Kneipen-Rauchverbot

Detlef Schlüchtermann
Mit Dietmar Wosberg als Präsident der DeHoGa Westfalen wird gegen das Rauchverbot gekämpft
Mit Dietmar Wosberg als Präsident der DeHoGa Westfalen wird gegen das Rauchverbot gekämpft
Foto: WR

Arnsberg. Für Wirte wie Berni Westermann, Gaststätte „Beim Fritz“ an der Rumbecker Straße, kämpft Dietmar Wosberg unermüdlich. Der Präsident des Hotel- und Gastverbandes Westfalen (DEHOGA) und Vizepräsident in NRW ist zwar selbst seit 28 Jahren überzeugter Nichtraucher, glaubt aber auch, dass mit dem von der Landesregierung geplanten Total-Rauchverbot in Kneipen viele Existenzen im Land gefährdet sind.

Als vor vier Jahren das derzeit bestehende Gesetz mit der Trennung von Raucher- und Nichtraucherbereichen verabschiedet wurde, musste auch „Beim Fritz“ umgebaut werdern. Für einen vom Raucherbereich abgetrennten Raum wurden zwei Trennwände gezogen und einige Schreinerarbeiten ausgeführt. Knapp 3000 Euro gingen dabei drauf. Ein noch verkraftbarer Betrag, aber es gibt auch Wirte, die für den „Umbau 10 bis 20 000 Euro bezahlt haben, einige Kollegen haben richtig investiert“, weiß Wosberg aus Gesprächen mit Verbandsmitgliedern.

Der Entwurf der Landesregierung zum neuen Gesetz hält den Präsidenten in diesen Tagen auf Trab. Hier Rede und Antwort stehen bei einer Podiumsdiskussion, wie Donnerstagabend in Olsberg, da jede Menge E-mails und Anfragen von verärgerten und sich uninformiert fühlenden Kollegen beantworten. Das nimmt Zeit in Anspruch. Sein Tag hat keine acht, sondern 14-16 Arbeitsstunden.

Wosberg ist in der Raucher-Frage aber kein Radikaler. „Ich weiß, wie gefährlich Rauchen ist, bin aber auch der Meinung, dass der selbstständige Gastronom entscheiden sollte, ob er eine Raucher- oder eine Nichtraucher-Kneipe aufmacht“. Und bei ausreichenden Warnhinweisen soll dann jeder Gast über 18 Jahre selbst entscheiden, ob er rein will oder nicht.

Am liebsten wäre es dem Präsidenten und vielen seiner Kollegen, wenn die bisherige Regelung bleiben würde, doch auch, wenn die kippen sollte, hat Wosberg mit der DEHOGA einen Vorschlag, dem viele Gastwirte zustimmen.

Und der sieht so aus: Verkauft ein Wirt keine Speisen, mit Ausnahme vielleicht von Frikadellen und Mettwürstchen, und bringt er sichtbar die oben erwähnten Warnhinweise an, dann muss das auch gesetzlich erlaubt werden. Auf der anderen Seite gibt es dann reine Nichtraucher-Gaststätten. „Da muss sich dann halt jeder entscheiden, wie er sich aufstellt. Nur eine Mischform wird es dann nicht mehr geben, alles geht eben nicht“, sagt Wosberg. Berni Westermann, dessen Gäste zu 70 Prozent Raucher sind, zögert bei der Antwort, wie er sich dann entscheiden würde. „Das müsste ich mir schwer überlegen. Am besten ist, wenn alles so bleibt, wie bisher“, sagt der Arnsberger Gastwirt.

Dietmar Wosberg ist aber guter Hoffnung, dass der jetzige rigorose Gesetzentwurf der Landesregierung so nicht durchgehen wird. Der Kampf der DEHOGA jedenfalls gehe weiter. Und noch eins dazu brennt Wosberg auf den Nägeln: „Die Politiker sollten sich mal viel stärker um eine vernünftige Ernährung der Kinder in den Schulen kümmern. Das ist wichtiger, als die ständigen Raucherdebatten“.