Kämpfer mit pädagogischem Konzept

Realschule Hüsten: Chemie-Unterricht.
Realschule Hüsten: Chemie-Unterricht.
Foto: Rogér Kummer

Hüsten..  „Wir sind in der Kämpferrolle“. Rogér Kummer, stellvertretender Leiter der Realschule Hüsten, redet sich die Position seiner Schule nicht schön. Zwar ist „seine“ Realschule vom 24. bis 26. Februar in Arnsberg als letzte ihrer Art von aktuellen Viertklässlern noch anwählbar, doch vermisst das Kollegium das klare Bekenntnis zu dieser Bildungsalternative. „Es gibt Kinder, bei denen muss man genauer hingucken“, sagt Kummer. Und für die will die Realschule mit engmaschiger Begleitung da sein.

Eigentlich wollte Rogér Kummer nur über die Stärken seiner Schulen sprechen. Nun aber bestärkte sich sein Eindruck einer vergessenen Schulform, als er feststellte, dass zum Bildungs-Expertengespräch der CDU Arnsberg (wir berichteten) nur fachliche Vertreter der Grund- und Sekundarschulen sowie des Gymnasiums eingeladen worden waren. Haupt-, Real- und Förderschule stellen offenbar keine Fachleute.

Aktuell hat die Realschule Hüsten noch 558 Schüler. Im Vorjahr waren 98 Kinder für die fünfte Klasse angemeldet worden. Auch damals schon gab es neben den Gymnasien und Sekundarschulen nur noch die Hüstener Realschule und die Grimme-Hauptschule Neheim als Alternative. „Wenn wir jetzt 85 bis 90 Anmeldungen hätten, wäre das optimal“, sagt Schulleiter Dr.Ulrich Kleine.

Ungeachtet aller schulpolitischer Strömungen denken die Pädagogen an der Realschule Hüsten vorwärtsgerichtet. Im Rahmen des Projekts „Vielfalt fördern“ wird das pädagogische Konzept weiterentwickelt. Offene Formen des Unterrichts sollen „Schüler und Lernaktivität mehr in den Fokus rücken“. Mehr Anleitung und mehr Begleitung sollen Kinder in der Lernspur halten.

Bestehende Stärken - wie Bienen-Projekt, Schülerladen, Aktion Saubere Klasse, Streitschlichtungs- und Erste-Hilfe-AG oder Schulchor - will die Schule weiter ausbauen: Den Computer-Führerschein machen die Hüstener Realschüler schon lange. „Nun wollen wir auch Tablet-Klassen einrichten“, sagt Rogér Kummer. Wlan-Ausbau und digitale Tafeln gehören dazu.

Geändert werden soll auch das Kommunikationssystem der Schulgemeinde. „Wir führen das elektronische Klassenbuch ein!“, sagt Dr. Ulrich Kleine. Eltern, Lehrer und Schüler erhalten so mehr Transparenz und können digital miteinander in Kontakt kommen. Eltern sollen besser mit den Schulbelangen ihrer Kinder erreicht werden. „Da schließt sich ein Kreis“, so Rogér Kummer, „denn Bildung gelingt nur, wenn alle gemeinsam daran arbeiten“.

Die Realschule Hüsten setzt auf eigene Konzepte. Ein großer Unterschied ist der Verzicht auf einen gebundenen Ganztagsunterricht. Mit Bedauern schaut die Schule darauf, dass die Projekt-Inklusionsklassen in der Stufe 5 und 6 auslaufen. „Das hat gut geklappt“, so Dr. Ulrich Kleine. Nun sei abzuwarten, wie die Alternativen aussehen könnten.

Soziales Engagement - bisher beim JuLeA-Projekt gezeigt - soll künftig an der Realschule Hüsten durch eine Sozial AG als Angebot innerhalb der Wahlpflicht-AG’s in Klasse 9 und 10 werden.

Die Realschule will ihre Stellung behaupten: Sie versteht sich als Experte für den mittleren Schulabschluss. „Berufsorientierung ist dann bei uns ebenso wichtig wie die Beratung und die zusätzlich Förderung der Jugendlichen, die weiter zum Abitur gehen wollen“, betont Kummer.

 
 

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