Jeden Tag 500 Busfahrten mit Flüchtlingen in NRW

Joachim Karpa
Mit Bussen werden die Neuankömmlinge wie hier in Dortmund im Land verteilt.
Mit Bussen werden die Neuankömmlinge wie hier in Dortmund im Land verteilt.
Foto: Funke Foto Services
Neuankömmlinge werden kreuz und quer durchs Land gefahren. Kein System erkennbar. 18. 200 Flüchtlinge sind seit Jahresbeginn nach Nordrhein-Westfalen gekommen

Hagen/Arnsberg. 13 .900 Flüchtlinge sind nach Angaben des Innenministeriums in Düsseldorf in der vergangenen Woche nach Nordrhein-Westfalen gekommen. Am Wochenende waren es 2786, seit Jahresbeginn sind es 182.000. Spitzenmonat bleibt der September mit 61. 000. Täglich wächst die Herausforderung für die Bezirksregierung in Arnsberg, die Menschen unterzubringen. Das einstige Verfahren, die Verteilung und Versorgung der Flüchtlinge im Land geordnet zu organisieren, ist angesichts Tausender Flüchtlinge außer Kraft gesetzt. Das System ist kollabiert.

FlüchtlingeEin Beispiel: die Erstaufnahmeinrichtung in Dortmund. „Die Neuankömmlinge“, sagt Hans-Joachim Skupsch, Pressesprecher der Stadt, „werden direkt mit Bussen zu den freien Plätzen in den Unterkünften im Land gebracht. Unregistriert, ohne eine erste medizinische Untersuchung. So war das eigentlich nicht gedacht.“

Die Grafik versucht, die Stationen der Flüchtlinge nach ihrer Ankunft aufzuzeigen. Das fällt angesichts der Entwicklung nicht leicht. Von einer straffen Organisation kann keine Rede sein. Die Flüchtlinge werden kreuz und quer durchs Land gefahren. Nicht immer mit Sinn. Zu den vermeidbaren Touren zählt die Fahrt von der Notunterkunft zur Registrierung in eine ehemalige Kaserne nach Herford oder zum Flughafen Münster/Osnabrück und zurück. Allein 500 Bustransfers, so die Bezirksregierung, gibt es derzeit am Tag in NRW.