Im Namen der Verbraucherzentrale getäuscht

Neheim. Hochstapler benutzen wiederholt den guten Namen der Verbraucherzentrale und geben sich am Telefon als Verbraucherschützer aus.

„Unter dem Vorwand, gegen eine Gebühr in zweistelliger Höhe einen wirkungsvollen Schutz vor lästigen Telefonanrufen zu bieten, missachten die ungebetenen Anrufer selbst dreist das Verbot der unlauteren Telefonwerbung und treiben mit dem Missbrauch unseres guten Namens die weit verbreitete Masche auf die Spitze“, erklärt Marlies Albus, Leiterin der Verbraucherzentrale NRW in Neheim: „Wir betreiben keine Telefonwerbung und fragen niemals nach Kontodaten“. Seriöse Hilfe gegen Abzocke am Telefon gibt’s in der Beratungs­stelle Neheim, Burgstraße 5. Anrufe falscher Verbraucherschützer ­können bei der Verbraucherzentrale im Internet oder direkt in den örtlichen Beratungsstellen gemeldet werden.

Die Masche: Unbekannte Anrufer geben sich als Mitarbeiter einer sogenannten „Verbraucherschutzzentrale“ aus und bieten ihre Hilfe gegen ein stattliches Entgelt an. Offeriert wird etwa der vorsorgliche Eintrag in eine Sperrliste, der Betroffene vor unaufgeforderten Werbeanrufen schützen soll oder die vorgebliche Löschung von in Umlauf geratenen persönlichen Daten. Oder es wird die Unterstützung eines Anwalts in Aussicht gestellt, der angeblich gegen unberechtigte Forderungen vorgeht. Zuvor werden die Angerufenen aufgefordert, ihre persönlichen Daten preiszugeben. Oftmals wird den Betroffenen auch gleich die Bankverbindung mit entlockt.

Auf richtige Rufnummer achten: Die Verbraucherschutzzentrale ist im örtlichen Telefonbuch für Arnsberg mit einer kostenlosen 0800-er Rufnummer eingetragen - und zwar in unmittelbarer Nähe der Rufnummer der Verbraucherzentrale NRW. Beim Anruf läuft ein Band, unter anderem mit der Angabe einer 0900er-Rufnummer für 1,99 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um die Rufnummer der Verbraucherzentrale in Arnsberg.

Rechtslage: Fakt ist, dass Telefonwerbung ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des Angerufenen verboten ist. Doch einen wirksamen Schutz gegen unerbetene Anrufe und deren Folgen – etwa untergeschobene Verträge und damit verbundene Kontoabbuchungen – gibt es nicht. Die Verbraucherzentrale NRW macht sich schon seit Langem für ein Gesetz stark, dass ein Vertrag, der durch einen unerlaubten Werbeanruf zustande kommt, erst dann wirksam werden darf, wenn der Angerufene die Vereinbarung im Nachhinein in Textform bestätigt.

Tipps: Verbraucher sollten höchst wachsam sein. Fremden niemals persönliche Daten und vor allem keine Kontonummern preisgeben, ist oberstes Gebot! Wer seine Kontonummer dennoch zur Abbuchung von dubiosen Serviceleistungen bekanntgegeben hat, sollte den abgebuchten Betrag von seiner Bank zurückbuchen lassen.

 
 

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