Im Bürgerbüro Arnsberg schlägt die Wut auf

Arnsberg.. Die Stadt will mit der für die Bereitstellung der „Gelben Säcke“ zuständigen Firma Remondis das Gespräch suchen, um den Arnsberger „Sack-Mangel“ zu beheben. Zugleich aber weist die Stadt jede Schuld von sich und nimmt ihre Mitarbeiter in den Stadtbüros in Schutz.

Dort hatten sich in der vergangenen Woche in Einzelfällen dramatische Szenen abgespielt, wenn wütende Bürger ihren Protest zeigten. Den Mitarbeitern wurde sogar Müll auf den Schreibtisch gestellt. „Das geht natürlich nicht“, ärgert sich Stadtsprecher Dirk Hammel.

Das System werde schließlich vom Dualen System Deutschland (DSD) über Remondis organisiert. Die Stadtbüros übernähmen die Verteilung nur als Service für ihre Bürger. Die Zahl der auszugebenden „Gelben Säcke“ werde nicht von der Stadt organiert. Die Kritik müsse sich an DSD richten.

Der Ärger bei den Bürgern aber bleibt groß: Ulrike Müller wundert sich, dass ein Ein-Personen-Haushalt ebenso viele Säcke erhält wie ein Vier-Personen-Haushalt. Außerdem bemängelt sie auch die Fehlnutzung. „Wenn Laubabfälle von Mitbürgern in andere Abfallsäcke gepackt werden würde, gäbe es vielleicht noch gelbe Säcke“, sagt sie.

Auch Maria Büker, Mitarbeiterin der Caritas-Kleiderkammer in Alt-Arnsberg, stellt fest, dass viele abgegebene Altkleider in gelben Säcke angeliefert werden - zum Teil sogar doppelt verpackt.

Vincenz Eickel aus Neheim bezweifelt, dass der von der Firma Remondis beklagte überhöhte Arnsberger Säckeverbrauch allein aus einer Fehlnutzung resultieren kann. “Die Qualität der Säcke ist so miserabel, dass man sie kaum für etwas anderes nutzen kann“, sagt er. Vielmehr würden aus seiner Sicht so viele Säcke benötigt, weil sie maximal zu zwei Drittel gefüllt werden können, häufig reißen und damit unbrauchbar werden. „Vielleicht sind die Arnsberger aber auch besonders eifrige Mülltrenner!“, so Eickel.

 
 

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