Ihr Herz schlägt für das Sauerland-Kolleg

Die angehenden Lehrer Buket Cakar (Geschichte, Französisch) und Stefan Kühnholz-Cakar (Geschichte, Deutsch).
Die angehenden Lehrer Buket Cakar (Geschichte, Französisch) und Stefan Kühnholz-Cakar (Geschichte, Deutsch).
Foto: WP

Arnsberg/Sundern..  „Er kann besser rechnen“, sagt Buket Cakar und schenkt ihrem Kollegen ein Lächeln. Gemeinsam mit Stefan Kühnholz-Cakar (33) absolviert die 37-Jährige seit Mitte Februar ein sechswöchiges Orientierungspraktikum am Sauerland-Kolleg. Womit die angehenden Lehrer wohl kaum gerechnet haben dürften: Die Schule am Berliner Platz, an der das Duo von 2007 bis 2010 bereits das Abitur nachholte, hat auch privat Schicksal gespielt: Seit März 2012 sind die beiden nämlich ein Ehepaar.

Geheiratet wurde übrigens in Sundern, wo Buket aufgewachsen ist und das Gymnasium besuchte. Doch nach der Fachoberschulreife entschloss sie sich 1994 dazu, die Schulbank gegen das Berufsleben einzutauschen. Erst 2007 führte ihr Weg dann zum Abendgymnasium am Sauerland-Kolleg und mündete dort im Jahr 2010 ins Abitur.

Schon 2005 hatte Stefan am Berliner Platz mit dem Lernen begonnen, holte zunächst zwei Jahre lang seine Fachoberschulreife nach.

Geboren und groß geworden in Dortmund, war der 33-Jährige nach der Hauptschule Industriemechaniker geworden und arbeitete bei einer Firma in Eslohe. Während der Zeit am Abendgymnasium kreuzten sich ihre Wege dann erstmals.

„Drei harte Jahre“, erinnert sich das Paar an diesen Lebensabschnitt zurück, denn neben dem „Büffeln“ arbeiteten beide weiter. Ihre Beziehung war zunächst recht locker: „Wir hatten einen kleinen Kon­kurrenzkampf, wer der bessere Schüler ist“, meint Buket Cakar - und lächelt erneut Richtung Stefan. Erst kurz vor der Abi-Prüfung wurden ihre Gefühle für einander tiefer - gleichzeitig wuchs das gemeinsame Interesse am Lehrerberuf. Nach vielen Gesprächen beschlossen sie dann, „Nägel mit Köpfen zu machen“, sprich, an der Universität ­Bochum auf Lehramt zu studieren.

Sechs Semester später stand das erste von zwei Praktika an, und die inzwischen per Trauschein verbundenen Studierenden nahmen diesbezüglich Kontakt mit der Schule auf, der sie viel zu verdanken haben.

Die Signale waren positiv, das „Heimspiel“ konnte beginnen. Da die „Patchwork-Familie“ - beide haben ein Kind aus einer früheren Beziehung - ohnehin häufig zwischen Sundern und Dortmund pendelt, gab es keine organisatorischen Probleme. Jetzt sind gut vier Wochen Praktikum verstrichen, neben hospitieren stand auch bereits „selber unterrichten“ auf dem Plan.

Und wie fällt die Zwischenbilanz aus? „Äußerst positiv“, kommt es unisono. Das Kolleg mit seinen drei Schulzweigen sei ideal, um den Schulalltag kennen zu lernen. „Und das Lehrerkollegium hat uns sehr gut aufgenommen“, geht ein dickes Lob in Richtung der Kollegen.

Ob es in Sachen Sauerland-Kolleg allerdings heißt „aller guten Dinge sind drei“ - ob nach Schul- und Praktikumszeit dort zukünftig auch eine Festanstellung winkt, steht derzeit noch in den Sternen.

Aber wer weiß, schließlich hat anfangs auch keiner damit gerechnet, dass das Kolleg als Ehehafen dient. In gut zwei Jahren weiß man mehr - dann beginnt das Referendariat...

 
 

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