Hinsetzen, warten und mitfahren

Voßwinkel..  Voßwinkel hat jetzt eine Mitfahrerbank. Sie steht am Geschäft „Blumen-Eckchen“. Auf dem symbolischen Haltestellenschild neben der Mitfahrerbank ist zu lesen: „Haltestelle für schlaue Füchse – Wer hier sitzt, möchte nach Neheim – Mitfahrerbank Voßwinkel“.

Das bedeutet: Wer gerne in den Stadtteil Neheim gefahren werden möchte und dies nicht mit dem Bus (ÖPNV) erledigen will, setzt sich auf die Mitfahrerbank und wartet, bis ein Auto anhält und ihn mitnimmt. „Natürlich muss sich das Projekt erst einmal einspielen. Wir nehmen schon an, dass gerade die älteren Bürger und Bürgerinnen, das Angebot nutzen wollen“, meint Michael Rademacher von der Dorfgemeinschaft Voßwinkel e.V. Jetzt müssen nur noch die motorisierte Bevölkerung mitspielen.

Auch für Petra Senske muss sich die Sache nun erst einmal einspielen: „Man weiß ja nicht, ob man immer sofort daran denkt, an der Mitfahrerbank vorbeizufahren, wenn man nach Neheim fährt.“ Senske und Rademacher betonen, dass dieses Projekt keine Konkurrenz für den ÖPNV sei.

Das Projekt wird als zusätzliches Angebot zur Mobilität im Stadtgebiet Arnsberg verstanden. „Viele Arbeitskreise in einigen anderen Workshops haben die Idee der Mitfahrerbank von uns schon aufgenommen und zum Thema gemacht“, freut sich Rademacher.

In Voßwinkel kam die Idee während der 1. Dorfkonferenz am 14. Juni im Arbeitskreis Verkehr auf den Tisch. Die Beteiligten hatten dies in einem Fernsehbericht verfolgt. Rademacher war im Internet fündig geworden. Die Caritas in der Verbandsgemeinde Speicher in der West-Eifel hatte als erste Gemeinde in Deutschland so eine Mitfahrerbank aufgestellt. In Voßwinkel steht nun die Zweite.

Älteren Mitbürgern fehlt oft ein Auto

„Viele ältere Menschen haben kein Auto, oft fehlt es an Kindern oder Verwandten, die sie zum Arzt mitnehmen können. Es ist dann oft umständlich mit dem Bus zu fahren“, begründen Michael Filthaut und Martin Bette das neue Projekt. Bei der Vorstellung in der Dorfkonferenz haben noch viele gelacht, aber nun ist Premiere und es ist das erste sichtbare Ergebnis, das umgesetzt wurde. Jetzt will die Dorfgemeinschaft Voßwinkel das Projekt beobachten. „Wenn es gut läuft, dann machen wir uns Gedanken, wo wir die ‚Rückfahrerbank‘ im Stadtteil Neheim aufstellen. Man will ja auch wieder nach Hause“, so Rademacher. Vielleicht wird dann noch eine Mitfahrerbank Richtung Wimbern / Wickede aufgestellt.

 
 

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