Heiße 30 Grad und ein Baum aus Plastik

Katharina Schulte mit ihren Schülerinnen und Schülern in Costa Rica. Im Hintergrund rechts ein Weihnachtsbaum aus Plastik.
Katharina Schulte mit ihren Schülerinnen und Schülern in Costa Rica. Im Hintergrund rechts ein Weihnachtsbaum aus Plastik.
Foto: WP
Keine Angst vor der Fremde hat Katharina Schulte. Die Abiturientin des Arnsberger Mariengymnasiums leistet derzeit eine auf fünf Monate befristete Freiwilligenarbeit in einer kleinen Dorfschule in Costa Rica. Ihre Gedanken werden so am heutigen Heiligabend einen langen Flug bis zum Alten Soestweg zu ihrer Familie zurücklegen müssen: gut 9 300 Kilometer Luftlinie.

Arnsberg..  Keine Angst vor der Fremde hat Katharina Schulte. Die Abiturientin des Arnsberger Mariengymnasiums leistet derzeit eine auf fünf Monate befristete Freiwilligenarbeit in einer kleinen Dorfschule in Costa Rica. Ihre Gedanken werden so am heutigen Heiligabend einen langen Flug bis zum Alten Soestweg zu ihrer Familie zurücklegen müssen: gut 9 300 Kilometer Luftlinie.

Nach dem Abitur zunächst einmal anderen Menschen helfen. Das war die Triebfeder für dieses Praktikum der eher etwas anderen Art. Dabei will Katharina Schulte zugleich auch in ihren voraussichtlich künftigen Beruf als Lehrerin hineinschnuppern, eine fremde Kultur kennenlernen und ihre Spanischkenntnisse verbessern. Mit diesen Motiven im Gepäck machte sich die jungen Arnsbergerin im September auf den Weg und lebt seitdem in Liberia/Guanacaste im Norden des Landes. „Bei einer einheimischen Familie, die mich von Anfang an mit offenen Armen empfangen hat und versucht, mich in ihr ,Ticoleben’ einzugliedern.“

Nach einigen Tagen Eingewöhnungszeit - vor allem die für eine Sauerländerin ungewohnte tropische Hitze betreffend - begann sie dann mit der Freiwilligenarbeit in einer Dorfschule, wo sie nun Englisch in den Jahrgängen 1 bis 6 unterrichtet. „Hier in der Schule ist mir von Anfang an die landestypische Warmherzigkeit aufgefallen. Sowohl vom Kollegium, als auch von ,meinen’ Schülern, die sich interessiert und offen zeigen.“

Erstaunliche „Schulbesucher“

Auf der anderen Seite genauso offensichtlich ist für Katharina Schulte die typische zentralamerikanische Gelassenheit. „Einen direkten Zeitplan gibt es nicht, alles verläuft, wie man hier sagt, ,tranquilla’.“ Die öffentliche Schule sei dabei im Vergleich zu Deutschland „mager ausgestattet“. So komme es vor, dass nicht genug Stühle für alle Kinder bzw. Geld für Schulmaterialien vorhanden seien oder Wassermangel herrsche. Selbst Affen und Schlangen seien als „Gäste“ auf dem Schulgelände anzutreffen.

„Doch man weiß sich stets zu helfen und bleibt entspannt. Diese enorme, ansteckende Lebensfreude“, so Schulte, „habe ich hier zu schätzen gelernt, das ,Pura Vida’, das selbst auf dem Schulhof wie auch an jeder Straßenecke mit Merengue- oder Salsarhythmen untermalt wird.“ Dieses Lebensgefühl zeige sich auch dadurch, dass bei jeder Gelegenheit getanzt werde. Besonders intensiv lerne sie zudem die heimische Küche kennen. „Ich esse in der Schulcafeteria fast jeden Tag Reis, vorzugsweise mit Bohnen.“ Ein Nationalgericht.

Verschiedene Welten

Neben ihrem Engagement in der Dorfschule bekam Katharina Schulte auch die Gelegenheit, in einer Privatschule zu arbeiten. Absolut verschiedene Welten: „Hier bekam ich zu spüren, in wiefern hier gute Schulbildung vom Gehalt der Eltern abhängt.“

Neben ihrer Arbeit bleibt der jungen Arnsbergerin etwas Zeit zum Bereisen dieses „wunderschönen Landes“, das erheblich mehr biete als schöne Strände, wilde Tiere und Regenwälder. Reisen führten sie auch nach Panama und Nicaragua.

Weihnachtsbaum aus Plastik

Die Weihnachtszeit erlebt Katharina Schulte nun in Costa Rica bei 30 Grad, Sonnenschein und unter Plastiktannenbäumen. „Ich konnte auch eine Weihnachtsparade miterleben, bei der zu meinem Erstaunen unter anderem ,Jingle Bells’ gespielt wurde. Und das von Menschen, die noch nie in ihrem Leben Schnee gesehen haben. Für mich ein außergewöhnliches Weihnachtsfest, das ich bestimmt nicht vergessen werde.“

Und Katharina Schulte ist sich schon jetzt sicher: „Ich werde zurückkommen in das Land der Bananen, Affen, Regenwälder und dem Pura Vida!“

 
 

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