Greenpeace-Gruppe Arnsberg geht bei Imker Klaus Lindner in die Lehre

Die Greenpeace-Gruppe aus Arnsberg besuchte Imker Klaus Lindner.
Die Greenpeace-Gruppe aus Arnsberg besuchte Imker Klaus Lindner.
Foto: WP Ted Jones
Wann haben Sie das letzte Mal eine Honigbiene gesehen, oder das Gesumme der Tiere gehört? „Summ, summ, summ - bald summ ich nicht mehr rum“, bringt Greenpeace ein Phänomen auf den Punkt, das nicht nur Imkern Sorgen machen sollte: Die eifrigen Bestäuber sind weltweit bedroht.

Arnsberg.. Aktivisten der Umweltschutz-Organisation protestierten erst kürzlich in 50 großen deutschen Städten gegen die Baumarktketten Obi, toom und Praktiker. Dort werden Insektenvernichtungsmittel verkauft, deren Gifte laut Greenpeace „wahre Bienenkiller“ sind.

Die Arnsberger Gruppe der Umweltschützer nahm die Aktion zum Anlass, um sich bei einem heimischen Fachmann zu informieren: Und Klaus Lindner war es „eine Herzensangelegenheit“, die Abordnung zu empfangen, sie vor Ort mit der Imkerei bekannt zu machen und den Besuchern die Sorgen der Imker zu verdeutlichen.

Sorgen haben die Nutztierhalter - denn darum handelt es sich bei der Biene - derzeit reichlich. „Gut ist es um die Honigbiene und ihre Artverwandten ganz und gar nicht bestellt“, sagt Klaus Lindner.

Die Biene könne zwar viel, so der Imker aus dem Eichholz, aber gegen Gifte könne sie sich nicht behaupten. Daher war er sehr erfreut, bei seinen Gästen auf offene Ohren zu stoßen und bewertet die Greenpeace-Protestaktion vor den Baumärkten als eine „aus imkerlicher Sicht lobenswerte Aktion“.

30 Prozent der Völker verloren

Warum, das macht der Arnsberger anhand einer ganzen Kette von Fakten klar: „Durchschnittlich gingen in den vergangenen Jahren, meist im Spätsommer oder Herbst, 30 Prozent aller Bienenvölker ein.“

Das seien weltweit schwere Verluste, die nachdenklich stimmen müssen - vor allem, weil die Lebensmittelversorgung - ebenfalls weltweit - von den Tieren abhänge. „Der Wert der Bestäubungs­leistung von Bienen wird auf rund 265 Milliarden US-Dollar jährlich geschätzt“, rechnet Klaus Lindner vor. Wohl der Grund, warum jetzt auch die Politik wach werde.

Doch die Lobby von Chemie und Landwirtschaft sei überaus mächtig, sorgt sich der Arnsberger Imker. Es werde daher schwierig, die Verbote diverser bienentötender Gifte durchzusetzen.

Wie dringend nötig es ist, hat erst kürzlich ein mit Lindner befreundeter Imker erfahren.

Er verlor in der Nähe von Bachum sechs Völker wegen mit Pestiziden behandeltem Mais. Wichtig sei darum das Verhalten der Bürger, denn: „Jeder Einzelne kann dazu beitragen, das Sterben der Bienenvölker und anderer Nützlinge zu stoppen“, ist Klaus Lindner überzeugt.

Überzeugt hat er auf jeden Fall die heimischen „Greenpeacler“. Der Vortrag wird in deren Reihen sehr gelobt und mündet in einen gemeinsamen Appell an alle:

Spiegelbild für eine intakte Umwelt

„Die Biene ist ein Spiegelbild für eine intakte Umwelt. Lassen Sie Löwenzahn oder Gänseblümchen auf ihre natürliche Weise blühen. Verwenden Sie keine Pflanzen­gifte, die Natur wird es Ihnen danken, Sie - und Ihre Nachkommen - werden davon profitieren.“

Mit „Bauhaus“ hat ein großer Filialist bereits gelernt: Die Kette hat angekündigt, ab September Produkte mit diversen „Bienenkillern“ als Wirkstoff aus den Regalen nehmen zu wollen. Das wäre immerhin ein Anfang.

 

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