Gemeinsam die richtigen Konzepte finden

Sie arbeiten beim Projekt „Arbeitswelt
Sie arbeiten beim Projekt „Arbeitswelt
Foto: Wirtschaft Kaiserhaus
  • Projekt ist große Chance für die Region
  • Ergebnisse sollen Ende 2016 vorliegen
  • Fördermittel aus Programm „Landaufschwung“

Arnsberg.  „Es ist wichtig, dass die Region beginnt, sich zusammenzuschließen. Anders geht es nicht.“

Damit hat Bürgermeister Hans-Josef Vogel mit wenigen Worten das auf den Punkt gebracht, was das am Mittwoch gestartete Projekt „Arbeitswelt Sauerland 4.0“ bewirken soll: Die Region so aufstellen, dass sie für junge Menschen attraktiv wird. Und zwar nicht nur in Bezug auf die Arbeitswelt, sondern auch mit Blick auf die Freizeitgestaltung. Stichwort hier: „Work & Life“. Denn die Ansprüche der jungen Generation an das Leben haben sich verändert. Nicht mehr die Karriere steht im Vordergrund, sondern kreative Mitsprache am Arbeitsplatz, verbunden mit guten Freizeit­angeboten.

Um hier die richtigen Konzepte zu finden, damit die Region gegenüber der Anziehungskraft der Metropolen nicht vollends ins Hintertreffen gerät, soll nun im Verlauf von „Arbeitswelt Sauerland 4.0“ konkret analysiert werden, was genau den jungen Menschen an ihrem künftigen Arbeitsplatz wichtig ist. Dies geschieht im gemeinsamen Handeln der Kommunen Arnsberg und Meschede, der heimischen Wirtschaft und den Schulen.

Arbeitsergebnisse sollen bis Ende 2016 vorliegen und dann möglichst in den kommenden Jahren umgesetzt werden. „Dabei müssen wir versuchen,“ sagte Meschedes Bürgermeister Christoph Weber im Neheimer Kaiserhaus, „die Erwartungshaltung der jungen Generation zu erfüllen.

Das ist für uns alle eine große Chance.“ Habe man in früheren Jahren noch manches Defizit kompensieren können, sei dies in heutigen Zeiten nicht mehr möglich. Weber: „Wir müssen unsere vorhandenen Stärken anders ausspielen. Und zwar jetzt – sonst ist es zu spät.“

Ein Ziel, da sind sich alle Akteure einig, das nur in interkommunaler Zusammenarbeit zu erreichen ist. Die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei. Was wohl auch die Nachbarkommunen Warstein und Bestwig erkannt haben.Diese hätten, so Hans-Josef Vogel, ihre Bereitschaft signalisiert, „noch in das Projekt einzusteigen. Je mehr mitmachen, umso besser.“

Die besten Ideen umsetzen

Als besonders positiv bewerten beide Stadtoberhäupter das Mitwirken privater Akteure und der örtlichen Wirtschaft in Form der „Bürgerstiftung Arnsberg“ sowie der „Interessengemeinschaft Mescheder Wirtschaft“. Auf solch breiter Basis sei es eher möglich, den wachsenden Herausforderungen des Generationenwandels und der demografischen Entwicklung erfolgreich zu begegnen. Wie eben zum Beispiel den rasanten Veränderungen in der Arbeitswelt mit zunehmender Digitalisierung und Flexibilisierung, die auch vor dem Sauerland nicht halt machen.

Nun will man bis zum Jahresende in Workshops die besten Ideen zu den verschiedensten Themenfeldern wie Arbeitsumfeldgestaltung oder „Work & Live am Standort“ in Konzepte gießen, die dann im Folgejahr von Kommunen und Arbeitgebern weiter entwickelt und realisiert werden sollen.

Auch Politik muss handeln

Für die oben beschriebene Aufgabe bzw. für die An­passung an die neuen Erfordernisse sieht Dr. Stephan Guth von der Bürgerstiftung Arnsberg die heimische Wirtschaft gut aufgestellt: „Wir haben hier viele Unternehmen, die in ihrer langen Geschichte immer wieder bewiesen haben, dass sie neue Chancen gut zu nutzen in der Lage sind.“ Guth fordert zugleich die politisch Handelnden auf, als wichtige Voraussetzungen unter anderem endlich die flexible Familienbetreuung auf den Weg zu bringen, die Integration der Flüchtlinge zu forcieren und die „Kultur der Selbstständigkeit“ zu fördern. „Da hoffe ich jetzt auf die Politik.“

Zudem dürfe man den Fokus nicht nur auf Abiturienten richten, sagt Meinolf Ewers (IG Mescheder Wirtschaft: „Im produzierenden Gewerbe sind viele gute Facharbeiter gefragt.“

Fördermittel aus „Landaufschwung“

Für das Projekt „Arbeitswelt Sauerland 4.0“ sind 60 000 Euro veranschlagt.

75 Prozent – exakt 44 623,50 Euro – steuert der Hochsauerlandkreis aus seinem Förderprogramm „Landaufschwung“ bei.

Das Modellprojekt „Landaufschwung“ soll die Entwicklung und Umsetzung individueller ­Zukunftskonzepte fördern.

Dafür fließen zunächst bis Juni 2018 Bundesmittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro an den Kreis.

 
 

EURE FAVORITEN