Gefahr für Schützen - Firma ruft „Königspatrone“ zurück

Da bestimmte Chargen der Marke „Königspatrone“ von der Firma Schönebeck fehlerhaft sind, werden diese nun zurückgerufen.
Da bestimmte Chargen der Marke „Königspatrone“ von der Firma Schönebeck fehlerhaft sind, werden diese nun zurückgerufen.
Foto: WP
Querschläger und Abpraller beim Vogelschießen waren in der letzten Zeit keine Seltenheit. Nun ist festgestellt worden, dass bestimmte Chargen der Marke „Königspatrone“ von der Firma Schönebeck fehlerhaft sind.

Arnsberg.. In den vergangenen Monaten häuften sich die Querschläger und Abpraller beim Königsschießen während der Schützenfeste im Hochsauerlandkreis. Was ist der Grund?

Schützenvogel sollte schrumpfen

Im Juli 2012 wurden vom Bundesministerium des Inneren die Schießstandrichtlinien geändert. Das führte bei den über zwei Millionen Schützen zu einem Aufschrei, weil der Schützenvogel von 20 auf acht Zentimeter Umfang schrumpfen sollte, wenn dieser unter anderem mit Königspatronen Kaliber 16 (Einzelgeschoss) beschossen wird.

Ein Grund: der Adler soll schon frühzeitig aus dem Kasten fallen, damit sich keine Geschossnester in dem Rumpf des hölzernen Vogel bilden, an dem weitere Geschosse abprallen und zu Querschlägern werden.

Die Deutsche Versuchs- und Prüfanstalt (DEVA) überprüft auch die Patronen der Munitionshersteller. Dabei stellten die Prüfer fest, dass einige aus der zugelassenen Munition der Marke „Königspatrone“ von der Firma Schönebeck nicht die erforderliche kinetische Energie (gemessen in Joule) hatten.

Mindestwerte unterschritten

Bei bestimmten Munitionslosnummern (Kennzeichnung der Charge) hatten die Patronen unter 1000 Joule. Damit besitzen die Geschosse nicht mehr die nötige Durchschlagskraft und es kommt zu Querschlägern. Nach der Schießstandrichtlinie Ziffer 7.1 sind mindestens 1000 und maximal 1200 Joule erforderlich.

Die DEVA gab folgendes auf ihrer Internetseite bekannt (Auszug): „In drei von vier Überprüfungen wurde die geforderte Energie für Flintenlaufgeschosse von mindestens 1000 Joule nicht erreicht und zum Teil deutlich unterschritten. In einem Fall konnte das Energieminimum gerade so erreicht werden. Das bedeutet, dass Einzelwerte auch darunter liegen. Wir weisen darauf hin, dass in Anbetracht dieser Energiesituation Rückpraller nicht ausgeschlossen sind.“

Die Kreispolizeibehörden im HSK und Olpe reagierten sofort. Sie gaben die Losnummern der Patronen bekannt und sprachen ein Verbot über deren weitere Verwendung aus.

Rückrufaktion gestartet

Im Interesse der Sicherheit hat die Herstellerfirma Schönebeck die bemängelten Patronen zurückgerufen. Der zuständige Großhändler Gustav Jehn GmbH in Lippstadt wird nach Informationen des Kreisschützenbundes Arnsberg die Rückrufaktion unterstützen.

Folgende Munitionslosnummer (stehen auf der Verpackung) sind von der Rückrufaktion betroffen: 04249/01/045, 04249/01/046, 04249/01/069, 04249/01/070, 04249/01/071, 21049/01/214, 21049/01/215, 21049/01/216, 21049/01/217, 21049/01/218.

Infos im Internet: www.kreisschuetzenbund-arnsberg.de.

 

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