Fusion der Volksbank Sauerland mit Hellweg geplatzt

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Die Vertreterversammlung der Volksbank Sauerland hat die vom Vorstand angestrebte Fusion mit der Volksbank Hellweg platzen lassen.

Arnsberg.. Die angestrebte Fusion der Volksbanken Sauerland und Hellweg ist geplatzt. Bei der Vertreterversammlung der Sauerländer in der Hüstener Schützenhalle wurde nicht die erforderliche qualifizierte Mehrheit von 75 Prozent erreicht.

Von den 160 anwesenden der insgesamt 226 Mitglieder-Vertretern haben nur 90 für die Fusion gestimmt - also gerade einmal 56,25 Prozent. 70 Vertreter stimmten mit „Nein“.

„Vorstand sehr enttäuscht“

Die Vertreterversammlung hätte sich deutlicher für die vom Vorstand angestrebte und mit viel Aufwand vorbereitete Fusion aussprechen müssen, damit es zum Zusammengehen der beiden Geldinstitute zu einer der größeren Volksbanken des Landes hätte kommen können. „Wir sind sehr enttäuscht“, gibt Vorstand Jürgen Dörner in einer ersten Erklärung zu. Auch eine Vielzahl von Mitarbeitern, so Dörner, hätten sich eine Fusion gewünscht.

Dieses klare Votum verweigerten die Vertreter dem Vorstand. Ehemalige Volksbank-Vorstände und auch zahlreiche Mitarbeiter verfolgten die Vertreterversammlung. Gerade in der Mitarbeiterschaft hatte es anfangs auch reichlich Skepsis gegenüber der Fusion gegeben. Gesorgt wurde sich um die langfristige Sicherheit der Arbeitsplätze und auch um die Kundennähe im großen Verbund.

Der Vorstand der Volksbank Sauerland hatte aber immer wieder betont, dass die Fusion nicht mit Personalabbau verbunden sei. „Für den Vorstand und auch für viele Mitarbeiter war dieses Ergebnis eine Enttäuschung“, so Dörner. Mit der Fusion hätte der Vorstand den Mitarbeitern schließlich auch eine langfristige Arbeitsplatzgarantie und die Absichtserklärung zum Erhalt des Filialnetzes gegeben.

Vertreter für 33.400 Mitglieder

Im Vorstand der Volksbank Sauerland und bei den Treibern der Fusion muss das Votum der Vertreterversammlung nun erst einmal sacken. „Vielleicht war der Zeitpunkt doch ein wenig zu früh“, so Dörner am Morgen nach der Entscheidung, „bei aller Enttäuschung haben wir aber die Entscheidung der Vertreterversammlung als oberstes Organ zu akzeptieren“. Die Vertreterversammlung der Volksbank Sauerland spricht für rund 33.400 Mitglieder.

Erst 2009 hatten die Volksbanken Sauerland und Arnsberg-Sundern fusioniert. In den vergangenen Monaten hatte der Vorstand viel Energie in die Vorbereitung der nächsten Fusion gesteckt. „Wir haben das mit viel Herzblut und Engagement vorangetrieben“, spricht Dörner auch für seinen Vorstandskollegen Christian Eschbach. In sechs Veranstaltungen sei man „über die Dörfer gezogen“, um die Vertreter vor Ort von der Notwendigkeit und den Vorzügen einer Fusion zu überzeugen. Im Hinblick auf den hohen Wettbewerbsdruck und die erheblich verschärften Anforderungen der Bankenaufsicht im Zuge der Finanz- und Staatsschuldenkrise sei eine Fusion sinnvoll gewesen. „Augenscheinlich ist es uns nicht gelungen, die Vertreter von unseren Vorstellungen zu überzeugen“ so die beiden Vorstände.

Die fusionierte Volksbank wäre mit einer Bilanzsummer von zusammen über 2,5 Milliarden Euro in den Kreis der großen Genossenschaftsbanken aufgestiegen.

Vorstand betont Sinn von Fusion

Die beiden Volksbank-Vorstände Jürgen Dörner und Christian Eschbach zeigten sich jedoch weiterhin optimistisch. Dass zur Zukunftssicherung mindestens mittelfristig Verschmelzungen notwendig sind, darüber ist und war man sich in beiden Häusern einig. Man brauche jetzt erst mal eine Verschnaufpause, dann wollen die Bankvorstände über das weitere Vorgehen nachdenken. Eine Fusion eröffne den Mitgliedern und Kunden strategische Optionen und Leistungsmöglichkeiten, die die Selbstständigkeit der Bank langfristig sichern, so die Vorstände beider Banken.

 
 

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