Fünf Mal Vielseitigkeit, Virtuosität und ganz viel Leidenschaft

Arnsberg..  Es waren etwas mehr als 30 Musikliebhaber, die sich am Freitagabend in der Arnsberger Kulturschmiede den Klängen des Soester Jazz-Ensembles hingaben. Eingeladen zu dem Konzert hatte der Jazz-Club Arnsberg, die fünf Musiker aus dem Nachbarkreis folgten gern.

Das Quintett gründete sich 2005 - die Fünf spielen verschiedene Richtungen, von Swing über klassischen Jazz bis hin zum Blues. Stets aber tragen sie von Pianistin Louisa Kimmel selbst geschriebene und arrangierte Stücke vor. Das Schlagzeug schwingt leicht im Hintergrund, der Kontrabass bringt die Tiefe, Piano, Saxofon und Posaune schmettern oder flüstern Melodien durch den Saal.

Beim „Song of the South“, einer der neueren Songs der Soester Musiker, wird gegrooved. Das Schlagzeug treibt sanft langatmige Melodien, die Saxofonist Patrick Porsch seinem Instrument entlockt. Das Publikum lehnt sich zurück, spürt eine Meeresbrise - das Lied entführt an die Küste, ein musikalischer Sonnenuntergang am weißen Sandstrand, irgendwo tanzt ein Liebespaar innig umschlungen.

Gleich darauf schaffen die Musiker die atmosphärische Kehrtwende: Ein waschechtes Swingstück, Louisa Kimmel bezieht Stellung am Mikrofon und singt, Posaunist Fabian Freitag springt am Piano für sie ein: Kimmel bedient sich beim Romantiker Theodor Storm und swingt sein Liebesgedicht „Ich bin mir meiner Seele“. Eine besonders fetzige Fassung, die der mit Sätzen wie „Ich bin so ganz dein eigen/So ganz auf immer dein“ eher schnulzig anmutenden Poesie ein ganz neues, modernes Gesicht gibt. Die fünf Vollblutmusiker begeisterten das Publikum den gesamten Abend über.

Durch ihre Vielseitigkeit und den nahtlosen Wandel zwischen den Genres machten sie ihr Konzert zu einem kurzweiligen Genuss. Ganz zum Geschmack von Antje Tetzlaff, der Vorsitzenden des Jazz-Clubs Arnsberg. Sie wünscht sich, dass mehr Arnsberger den Jazz für sich entdecken: „Die meisten Leute haben eine ganz falsche Vorstellung von diesem Genre“, sagt die Musiklehrerin, „Aber natürlich gibt es da viele Stilrichtungen, die nicht nur ganz besonderen Musikliebhabern gefallen. Wir möchten den Jazz einer breiten Masse näherbringen.“

 
 

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