Flexibles Lernen mit dem Smartphone

Digitale Schullandschaft
Digitale Schullandschaft
Foto: WP Ted Jones
Digitale Offensive in den Schulen: In die Arnsberger Klassenzimmer zieht moderne Technik ein und mit ihr ein verändertes Denken. Smartphone-Nutzung ist ausdrücklich erwünscht, wenn es hilft, das pädagogische Ziel zu erreichen. Groß aufgerüstet wird am Franz-Stock-Gymnasium Hüsten.

Arnsberg.. Groß aufgerüstet wird am Franz-Stock-Gymnasium Hüsten, wo bald 60 Klassenräume mit einem fest installierten Beamer ausgestattet sein werden.

Das Pilotprojekt für den Einsatz mobiler Endgeräte im Unterricht war so eigentlich gar nicht geplant. „Es entstand aus der Not heraus“, erzählt Lehrerin Marion Brügge. Nachdem der Brand im Graf-Gottfried-Gebäude vor einem Jahr quasi den gesamten Bestand an Französisch-Lexika in Rauch aufgehen lassen hatte, musste improvisiert werden.

Marion Brügge bat die Schüler, ihre Smartphones und Laptops mitzubringen. „Und auch ich habe alles zusammengesucht, was ich an Geräten im Haus hatte“, erzählt sie. Und schon lernten die Schüler individuell auf Lern-Plattformen im Netz. Grammatik- und Textübungen kamen schnell hinzu.

Erste Medienklasse am Franz-Stock-Gymnasium

Als im Kollegenkreis darüber gesprochen wurde, stellte sich schnell heraus, dass Marion Brügge längst nicht die einzige war, die mit neuen Medien arbeitet. Also wurde ein Konzept daraus entwickelt. Seit dem laufenden Schuljahr ist die erste Medienklasse am Franz-Stock-Gymnasium unterwegs.

Die 22 Kinder der zweisprachig unterrichteten 8b erarbeiten Themen immer wieder auch mit Laptops, Tablets und Smartphone. „Die Schüler bringen ihre eigenen Geräte mit“, erklärt Klassenlehrer Tim Gerwin. Wo ein Gerät fehlt kann problemlos in Gruppenarbeit gelernt werden. Bedient wird sich dabei aller möglichen Plattformen. „Und wir ersparen uns Unmengen an Arbeitsblättern, die wir ansonsten kopieren müssten“, so Gerwin.

Beamer für 60 Klassenräume

Jetzt rüstet die Schule auf. 38 Klassenräume werden neu mit einem Beamer ausgestattet, so dass es gut 60 Räume mit dieser Technik geben wird. Der Beamer ist die technische Schlüsselstelle des digitalen Lernens, weil er das, was Schüler und Lehrer im Netz finden, digital bearbeiten und speichern, für alle sichtbar an die Wand wirft. Zudem soll jetzt jeder Unterrichtsraum im FSG mit einem Wlan-Zugang versehen werden.

Gekauft wurden aktuell auch 45 Tablets - als dreifacher Klassensatz. Weitere Maßnahmen sind in der Mache: alte Videokassetten werden digitalisiert, Mikrofone für den Sprachunterricht wurden angeschafft, ein Tonstudio mit digitaler Aufnahmetechnik eingerichtet. Auch neue Laptops kamen.

Infrastruktur kostet Geld: Am FSG - als eine Art Vorreiterschule - wurde auf den Austausch von Geräten in alten Computerräumen verzichtet. Die dafür bereit stehenden Mittel wurden in Tablets (350 Euro pro Stück) und Beamer (500 Euro pro Stück) investiert. So fließen Mittel des Schulträgers, von Sponsoren und der Fördervereine in die digitale Schuloffensive ein.

Schulträger in der Pflicht

Die Stadt Arnsberg als Schulträger ist in der digitalen Ausstattung ihrer Schulen in der Pflicht - zumal sich Bürgermeister Hans-Josef Vogel das „digitale Arnsberg“ als Zukunftsthema ausgeguckt hat und dabei auch den Schulen eine wichtige Rolle zuteilt. „Schüler erwarten, dass sie digitale Kompetenzen für eine digitale Welt erwerben!“, so Hans-Josef Vogel in einem Interview mit unserer Zeitung.

Die Stadt als Schulträger sei gefordert, mit Unterstützung der Wirtschaft die Klassen mit digitaler Infrastruktur auszustatten. Dabei, so Vogel, müssten auch die unterstützt werden, die sich eigene digitale Geräte nicht leisten können. Ausgegangen wird nach Auskunft der Stadt von den digitalen Geräten aus, die die Schüler bereits nutzen. Die digitale Alltagswelt der Jugendlichen soll sich in der digitalen Lernwelt der Schule widerspiegeln.

 
 

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