Fehler auch anders herum: Ein Jahr lang null Verbrauch

Wasserzähler in Oeventrop
Wasserzähler in Oeventrop
Foto: WP Ted Jones

Voßwinkel..  „Null Verbrauch“, davon träumt nicht nur die Autoindustrie. Für eine Familie aus Voßwinkel hat sich dieser Traum vorübergehend erfüllt; zwar nicht beim Sprit, dafür aber beim Wasser.

Nach den Berichten über „durchdrehende“ Wasseruhren meldete sich jetzt eine Voßwinklerin zu Wort, in deren Haushalt ein Jahr lang überhaupt kein Wasser verbraucht wurde...

„Schon im November 2010 wurde unsere Wasseruhr ausgetauscht, bei der Ablesung zum Jahresende standen dann 18 Kubikmeter zu Buche“, berichtet sie. Die Überraschung folgte: „Kurz nach Weihnachten 2011 haben wir dann wieder den Zählerstand kontrolliert - und er stand unverändert bei 18 Kubikmetern!“ Natürlich war der Familie klar, dass hier ein Irrtum vorliegen musste - und die benachrichtigten Stadtwerke reagierten prompt. Die Wasseruhr sei defekt, hieß es, kurze Zeit später wurde der „kaputte“ Zähler ein weiteres Mal durch einen neuen ersetzt.

„Unser Verbrauch in 2011 wurde dann geschätzt - auf Grundlage der Wassermenge, die wir im Jahr zuvor bezahlen mussten“, erklärt die Hausherrin das weitere Vorgehen des städtischen Versorgers. Vom Prozedere her sei das ja auch völlig in Ordnung, ist die Dame aus dem „Dorf der schlauen Füchse“ mit dem Vorgehen der Stadtwerke grundsätzlich einverstanden. Aber mit Blick auf die Haushalte, denen derzeit hohe Nachzahlungen drohen, appelliert sie an die Verantwortlichen, auch in diesen Fällen konsequent nach fairen Lösungen zu suchen.

Gestern nannten die Stadtwerke mögliche Gründe für die Oeventroper Fälle von hohen Zählerständen.

Kunden in Arnsberg bestehen auf Prüfung

Die Stadtwerke Arnsberg haben gemeinsam mit Eigentümern, Rechtsvertretern und Hausinstallateuren nach Ursachen für die hohen Wasserzählerstände in Oeventrop gesucht. Im ersten Fall verweisen die Stadtwerke auf eine Leckage an einer nach außen führenden Wasserleitung. „Das kann aber nicht sein“, so Rechtsanwalt Bernhard Kraas, „das Leck ist aus dem Jahr 2009 und längst repariert“. Im anderen Fall habe es einen Defekt an der Heizspirale der Warmwasseraufbereitung gegeben. „Für einen so hohen Verbrauch kann er aber nicht verantwortlich sein“, meint Rechtsanwalt Kraas. Er will die Wasserzähler trotzdem überprüfen lassen. Das soll übernächste Woche beim Eichamt Dortmund erfolgen. Inzwischen seien weitere Fälle von fehlerhaften Zählern bekannt geworden.

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