Externe Profis bringen Qualität in Ganztag

Foto: WP

Arnsberg. . „Es geht um die Schüler, das ist der Fokus“, sagt Werner Bühner, Schulleiter der Theodor-Heuss-Hauptschule in Arnsberg.

Kleine Klassen, individuelle Förderung und viel Engagement - so beschreibt der Pädagoge das Konzept seiner Schule, das den 17 Lehrern und 214 Schülern die nötigen Erfolgserlebnisse sichert.

Und die Erfolge können sich sehen lassen. Knapp die Hälfte aller Schüler schaffen Werner Bühner zufolge an der Theodor-Heuss-Hauptschule ihren Realschulabschluss. Schüler mit guten Noten können diesen Abschluss in der sogenannten „Klasse 10B“ erlangen. Besonders erfreulich für die derzeitigen Zehntklässler: Auch in diesem Jahr haben viele von ihnen eine Lehrstelle bereits sicher. Als Mitinitiator des bewährten ProBe-Projekts ist die Berufsvorbereitung schon immer ein Kernpunkt der Bildungsarbeit. Ab kommenden Jahr werden Zehntklässler auch in ein Langzeitpraktika geschickt, um sich dort bei Ausbildungsbetrieben mit ihren Qualitäten empfehlen zu können.

Um die Stärken und Schwächen der einzelnen Schüler frühzeitig zu erkennen, versucht die Schulleitung, die Klassengrößen möglichst klein zu halten. Besonders in der fünften und sechsten Klasse sei dies ein ganz wichtiger Faktor für den Lernerfolg. „Irgendwelche Stärken hat jeder, diese Schätze gilt es zu bergen und natürlich zu fördern“, sagt Bühner. Sogar die älteren Schüler beteiligen sich, wenn es um den Lernerfolg des Nachwuchses geht. Die Schüler der Klasse 10B zum Beispiel helfen den Sechstklässlern bei den Hausaufgaben in Mathe. Der Begriff „Hausaufgaben“ ist mittlerweile überholt. Schulaufgaben - so lautet der neue Name, denn die verbindliche Ganztagsbetreuung sieht auch die Betreuung der Schulaufgaben in der Schule vor. Vorteil: Die Eltern werden entlastet und die Aufgaben auch tatsächlich erledigt.

„Wir verstehen uns als Chancengeber“, erklärt Bühner und verweist auf die Möglichkeiten, die sich den Schülern im Ganztagsschulbetrieb bieten. In zahlreichen Kursen und Neigungsgruppen können sich die Jugendlichen erproben. Bei manchen Angeboten steht Spiel und Spaß im Vordergrund, andere hingegen bereiten auf das spätere Alltags- und Berufsleben vor. Dazu zählen ein Hauwirtschaftskurs, eine Metallwerkstatt, aber auch zahlreiche Bewerbungstrainings, die zumTeil von externen Personalprofis aus der Wirtschaft geleitet werden. Um den Ganztag mit qualifiziertem Zusatzpersonal zu versorgen, übernimmt Bühner gern Zusatzaufgaben. Als Schulleiter arbeitet er hier längst wie ein „Manager“, schließt Verträge und verwaltet ein eigenes Budget. Diese Unabhängigkeit resultiert aus der Teilnahme der Schule beim Projekt „Selbstständige Schule“.

Dennoch verliert Bühner nicht den Kontakt zu seinen Schülern. Oft sitzt er mit ihnen beim gemeinsamen Mittagessen in der Mensa zusammen, nimmt sich Zeit für sie, tauscht sich mit ihnen aus. „Wir müssen den Schülern das Signal geben, dass wir uns um sie kümmern“.

Die Diskussion um das schlechte Image der Hauptschulen ist für ihn ein leidiges Thema. Natürlich gebe es Probleme, auch die Theodor-Heuss-Schule hat ihre „Sorgenkinder“, aber hier seien alle Beteiligten gefordert, verstärkt zu kooperieren. „Lehrer, Eltern, Schüler und Behörden sitzen in einem Boot, der Austausch ist wichtig“.

 
 

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