„Es ist eine Freude zu sehen, wie die Hilfe wirkt“

Arnsberg/Mombosa..  Der 77-jährige Neheimer Josef Feldewert besuchte im Dezember 2014 zum vierten Mal ein Waisenhaus in Mombasa (Kenia). Wie schon in den vergangenen Jahren kaufte er vor Ort Lebensmittel und Hygieneartikel ein und verteilte die Hilfsgüter an die dankbaren Kinder, die ihn mittlerweile „Papa Josef“ nennen.


Woher wissen Sie, was die Kinder brauchen?
Josef Feldewert:
Ich mache schon seit einigen Jahren in einer Severin-Lodge in Mombasa drei Wochen vor Weihnachten Urlaub. Ich will mich aber nicht nur im Hotel erholen, sondern auch einen kleinen Beitrag zur Linderung der Armut in Afrika leisten. Da ich kein Englisch spreche, bitte ich einen Herrn von der Hotel-Rezeption im „MJI Wa Salama Kinderheim“ am Stadtrand von Mombasa anzurufen und die Heimleitung nach dringend benötigten Hilfsgütern zu befragen. So bekomme ich jedes Mal eine genaue Einkaufsliste mit den Waren, die das Heim auch wirklich braucht. Diesmal waren neben Lebensmitteln und Hygiene-Artikeln auch frei verkäufliche Medikamente gefragt.


Wie kommen die Hilfsgüter ins Kinderheim?
Ich fahre zweimal in meinem Urlaub mit einem Taxi-Van zum Kinderheim und gebe die Hilfsgüter persönlich ab. Die Lebensmittel wie Maismehl (Ugali), Reis oder rote Bohnen sowie die Hygieneartikel habe ich zuvor in einem Supermarkt in Mombasa eingekauft. Die frei verkäuflichen Medikamente konnte ich in einem anderen Laden erwerben.


Wie reagieren die Kinder auf die gespendeten Sachen?
Herzergreifend! Ich bin gerührt, mit welch tiefer Dankbarkeit und Herzlichkeit ich im Kinderheim empfangen werde. Die Kinder nennen mich mittlerweile „Papa Josef“. Ich sehe auch manche Kinder aus vorherigen Besuchen wieder und freue mich, dass es vielen Kindern heute deutlich besser geht. Ich sah zum Beispiel das kleine Mädchen Mailaka wieder, dem als Baby wilde Hunde den rechten Arm abgerissen hatten. Inzwischen ist Mailaka drei Jahre alt, kann laufen und beginnt - nach dem schweren Schock - endlich zu sprechen. Eine solch positive Entwicklung über die Jahre zu beobachten, bewegt mich sehr.

Wie finanzieren Sie die Hilfsgüter für das Kinderheim?

Mein Projekt wird von etwa 15 bis 20 Leuten aus meinem Freundeskreis unterstützt. Alle wissen - und ich stehe dafür gerade: Jeder gespendete Euro kommt an! Ich führe genau Buch. Jeder Einkaufszettel wird abgeheftet. Es ist die direkte Hilfe von „Mensch zu Mensch“, die meine Freunde schätzen. Daher wird mein Hilfsprojekt eine Privatinitiative bleiben. Solange ich es gesundheitlich schaffe, werde ich jedes Jahr vor Weihnachten das Kinderheim in Mombasa besuchen. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann mich unter 02932 / 24663 erreichen.

Wer lebt im „MJI Wa Salama Kinderheim“ in Mombasa?

Das Heim kümmert sich um Waisen, verlassene Kinder, Kinder von Eltern, die im Gefängnis sitzen, sexuell missbrauchte Kinder und Kinder von Aids-infizierten Eltern. Im Heim leben 66 Kinder und Jugendliche im Alter von drei Monaten bis 19 Jahre.

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