Erste „Hüte“ liegen schon im Ring

Das ehemalige Oeventroper Missionshaus soll verkauft werden.
Das ehemalige Oeventroper Missionshaus soll verkauft werden.
Foto: WP Ted Jones
Das ehemalige, zuletzt als Fachklinik für Suchtkranke genutzte Oeventroper Missionshaus auf der Egge soll verkauft werden. Dies teilte die Salus Kliniken GmbH in Hürth als Besitzerin der großen Immobilie gestern auf Anfrage unserer Zeitung mit. Erste Interessenten seien vorhanden.

Oeventrop.. Das ehemalige, zuletzt als Fachklinik für Suchtkranke genutzte Oeventroper Missionshaus auf der Egge soll verkauft werden. Dies teilte die Salus Kliniken GmbH in Hürth als Besitzerin der großen Immobilie gestern auf Anfrage unserer Zeitung mit. Erste Interessenten seien vorhanden.

Der Verkauf des Gebäudes, erläuterte Thomas Ernst als Mitgesellschafter der Salus GmbH, sei einem Maklerbüro anvertraut worden, das bereits Gespräche mit Interessenten führe. Was diese für Nutzungspläne für den seit zwei Jahren brach liegenden Komplex verfolgen, darüber hüllte sich Ernst jedoch in Schweigen. Grundsätzlich werde man sich erst zu diesem Thema äußern, wenn ein Kaufvertrag unterschrieben sei. Nur so viel: „Wir wollen nicht, dass die ehemalige Klinik noch länger leer steht und verfällt.“

Zuletzt hatte der Bezirksausschuss Oeventrop seine Sorge darüber zum Ausdruck gebracht, was einmal mit diesem „ortsbildprägenden ehemaligen Missionshaus“ passieren könnte. Sorge auch, weil das Gebäude nicht in der Denkmalliste der Stadt Arnsberg eingetragen ist und damit auch nicht den entsprechenden Schutz genießt.

Kein Denkmalschutz

Zwar wurde 1977 ein Verfahren zur Überprüfung des Denkmalwertes eröffnet, doch mit negativem Ergebnis. Laut Mitteilung des Arnsberger Bürgermeisteramtes an den SPD-Ortsverein Oeventrop waren damals die zuständigen Vertreter des Landschaftsverbandes und der Unteren Denkmalbehörde bei der Stadt zu der Auffassung gelangt, dass dem Gebäude aufgrund der zahlreichen Modernisierungsmaßnahmen keine Bedeutung im Sinne des Denkmalschutzgesetzes zukomme. Deshalb sei die Eintragung in die Denkmalliste nicht weiter verfolgt und das Verfahren letztlich eingestellt worden.

Nun bleibt also für die PolitikvertreterInnen in den Ruhrdörfern zunächst einmal nur das Abwarten. Abwarten, ob das Gebäude tatsächlich in absehbarer Zeit verkauft wird. Und dann das Warten - sollte ein Besitzerwechsel vollzogen werden - auf die Auflösung der spannenden Frage nach der Nutzung. Gerd Stodollick (SPD): „Das ist für Oeventrop schon sehr wichtig, was einmal mit diesem großen Gebäude passieren wird.“

Leerstand seit 2009

Die Salus GmbH hatte die erst 2002 von ihr angekaufte Klinik für Suchterkrankungen bereits nach sieben Jahren - zum 30. Oktober 2009 - wieder geschlossen und den Betrieb nach Hürth verlegt. Als Grund für diesen Schritt wurde damals die gescheiterte Finanzierung für einen geplanten Neubau angegeben. In dem Umzug sah die Geschäftsleitung schließlich die einzige Alternative, weil die Einrichtung in Oeventrop nicht mehr den Erfordernissen einer modernen Suchtklinik entsprochen habe. Behandelt worden waren hier u.a. Abhängige von Alkohol, Medikamenten, Nikotin und Glücksspiel.

 
 

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