Energiesicherheit nicht aus den Augen verlieren

Hochsauerlandkreis..  Windkraft sei „ein Thema, das die Menschen in unserem HSK momentan sehr viel diskutieren“, stellt Dr. Karl Schneider fest. Für den Landrat des Hochsauerlandkreises Grund genug, sich in seiner Rede zur Einbringung des Kreishaushalts 2015 diesem Thema ebenfalls zu widmen. Auch er glaube, „dass wir einen höheren Anteil an regenerativen Energien brauchen“, legt sich der Verwaltungschef des Hochsauerlandkreises fest, rät aber zu „Augenmaß“.

Aus dem Land der 1000 Berge sollte nicht das Land der 1000 Windräder werden, warnt der Schmallenberger vor einer „Verspargelung“ der Landschaft, wie sie beispielsweise in vielen Regionen des Nachbarkreises Soest bereits zu beobachten ist.

„Wir als Kreis werden uns mit dem Entwurf des Regionalplans und den Stellungnahmen zu den Windvorrangzonen der Städte und Gemeinden noch in diesem Jahr sehr intensiv beschäftigen“, kündigt Dr. Schneider an. Ähnlich wie Windkraft-Investor Matthias Kynast auf Lokalseite 1 der heutigen Ausgabe, beurteilt auch der Landrat die Planungen der Bezirksregierung Arnsberg teils kritisch:

Es stelle sich die Frage, ob über 8900 Hektar Windvorrangflächen für den HSK – bei insgesamt 17 200 in ganz Südwestfalen – zumutbar sind, sieht Dr. Schneider „seinen“ Kreis proportional übervorteilt. „Hier im HSK müssen auch andere Raumfunktionen gebührend berücksichtigt werden“ stellt er fest. Dazu gehört für ihn „vor allem die touristische Bedeutung unserer Kulturlandschaft, die gleichzeitig einen wichtigen „weichen Standortfaktor“ im gewerblichen Bereich darstelle. Für den Erhalt eben dieser Landschaft habe sich der Kreistag – zum Beispiel mit seiner flächendeckenden Landschaftsplanung – bereits engagiert.

Standortqualitäten schützen

„Es muss nun gelingen, die Menge und die Verteilung der Windkraftwerke so zu steuern, dass die Energiewende nicht unsere besonderen Standortqualitäten zerstört“, so der Landrat.

Zudem müssten die Sorgen der Bürger ernst genommen werden, die sich, teils in Initiativen, gegen eine flächengreifende Überformung ihres Heimatraumes wehren.

Akzeptanz für die Umstellung der Stromversorgung könne nur erreicht werden, wenn Flächenausweisungen im Umfang reduziert und in der räumlichen Anordnung sehr sensibel gesteuert werden. „Sind die Windräder wirklich das Allheilmittel?“, fragt der Leiter der Kreisverwaltung abschließend. Seines Erachtens nach würden Aspekte wie Energieeffizienz, Speicherung und Verteilung noch viel zu wenig diskutiert:

„Es ist meine feste Überzeugung, dass wir höllisch aufpassen müssen, um die Energiesicherheit nicht aus den Augen zu verlieren“, warnt er.

Kampfansage der AfD

Eine Kampfansage an die landesweit geplanten Windkraftwerke macht derweil die Partei „Alternative für Deutschland (AfD)“. Stellvertretend für viele Regionen in Nordrhein-Westfalen beantragten die Vertreter der AfD aus dem Hochsauerlandkreis kürzlich, dass sich die Landes-AfD gemeinsam mit den betroffenen Regionen stark macht gegen eine „mit Langzeitschäden einhergehende, flächendeckende Landschaftszerstörung“.

1400 Anlagen geplant

Die Regionalpläne, die nur noch bis 19. Dezember angefochten werden können, sähen nach aktuellem Stand die Errichtung von ca. 1400 Windkraftanlagen im HSK vor. Viel zu viel, bemängelt die AfD.

 

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