Eine „Talkshow“ für Arnsberg

Arnsberg..  „Wir haben uns gefragt, was fehlt denn noch in Arnsberg“. So erklärt Hans-Martin Esser wie Dr. Wolfgang Bürsgens, Heiko M. Kosow und er selbst auf die Idee kamen, einen „barrierefreien Diskurs“ für Arnsberg zu schaffen. Diese Diskursrunden sollen unter dem Namen „Philosofa“ vierteljährlich an verschiedenen Orten in Arnsberg geführt werden.

Das Konzept ist eine Mischung aus Publikums- und Podiumsdiskussion. Zu jeder Veranstaltung wird ein Gast aus Politik oder Wissenschaft eingeladen, der zunächst einen halbstündigen Vortrag über sein Fachgebiet hält. Darauf folgt mit den drei Begründern von „Philosofa“ eine Diskussion auf dem Podium. „Wir haben da eine gute Mischung“, beschreibt Hans-Martin Esser die politische Couleur der drei Diskutanten aus Arnsberg. Hans-Martin Esser wird nicht nur mit diskutieren, sondern auch als Moderator den Diskurs leiten.

Auch aus dem Publikum heraus sind Fragen und Kommentare erwünscht. Zu dem Projekt gehört es ebenso, dass der Eintritt kostenlos ist und die Redner kein Honorar erhalten. „Das hat schon Experimentcharakter“, beschreibt Dr. Wolfgang Bürsgens.

Das Angebot hat nichts mit der „Literarischen Gesellschaft Arnsberg“ zu tun. Zwar sind die Initiatoren Mitglieder, wollten aber das Projekt, das einen philosophischen Diskurs in den Vordergrund rückt, unabhängig gestalten. „Wir sind aber keine Konkurrenz zu der ,Literarischen Gesellschaft’ – wir sind eine Ergänzung“, hebt Hans-Martin Esser hervor.

Themen aus Kunst und Kultur

Die erste Diskursrunde am 10. Februar um 18 Uhr in der historischen Bibliothek des Gymnasiums Laurentianum wird Prof. Willaschek bereichern. Das Thema: „Leben ohne Gott? Immanuel Kant im Lichte von Vernunft und Glauben“. Markus Willaschek, der in Arnsberg geboren ist, lehrt an der Goethe-Universität Frankfurt Philosophie der Neuzeit.

Die nächsten Sitzungen des „Philosofas“ gehen an Fronleichnam und im Kunstsommer 2016 über die Bühne. Im Mai wird mit Andreas Sturm über „400 Jahre Shakespeare-Mythos“ diskutiert und im Kunstsommer mit dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Prof. Hermann Parzinger.

Gregor Gysi steht auf der Gästeliste

Doch nicht nur „hochgeistige Themen“ sollen Beachtung finden. So ist auch geplant, eine Runde über die Stadtgestaltung in Arnsberg zu veranstalten. „Es sollen bestimmte Dinge aus dem Alltag heraus erklärt werden“, stellt Heiko M. Kosow zur Themenwahl fest.

Als Gäste kämen Beamte infrage, da diese nicht auf das Honorar angewiesen seien, so Esser. Doch auch aus Politik und Gesellschaft wolle man Redner einladen. So würden zum Beispiel Matthias Matussek und Gregor Gysi, die beide schon zugesagt hätten, für weitere Diskussionen sorgen. Mit dem ehemaligen Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag stehe man in Kontakt, da noch ein konkreter Termin fehle.

 
 

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